Schuldenkrise US-Ökonom rechnet mit Angriff auf den Dollar

Der Wirtschaftshistoriker Barry Eichengreen fordert Maßnahmen zur Lösung des Schuldenproblems in den USA: Weil es nicht möglich sei, in den Vereinigten Staaten über Steuererhöhungen zu diskutieren, würde das Land das Vertrauen der Investoren verspielen, warnt der Experte im SPIEGEL.


Hamburg - Wirtschaftsexperte Barry Eichengreen hält es für wahrscheinlich, dass nach den Europäern auch die USA in das Visier der Wertpapierhändler geraten. Weil es nicht möglich sei, "in diesem Land über Steuererhöhungen zu reden, werden die USA das Vertrauen der Investoren verspielen", sagte Eichengreen dem SPIEGEL.

"Aus der Geschichte wissen wir, dass Finanzkrisen immer in zeitlicher Nähe zu Wahlen passieren. Wir haben 2012 die wichtige Präsidentenwahl. Wenn wir unser Schuldenproblem bis dahin nicht angehen, bekommen wir ernste Probleme", so der Historiker, der an der University of California in Berkeley lehrt.

Die Schulden der USA liegen bei etwa 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und damit leicht über dem europäischen Durchschnitt. Das ist bei den Steuern anders. Im Vergleich zu Europas Regierungen, die "Steuern in Höhe von 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einnehmen, liegt der Wert in den USA bei nur 19 Prozent", sagte Eichengreen.

Angesichts des Schuldenstands der Vereinigten Staaten ergebe sich "zwingend, dass wir ohne Steuererhöhungen nicht in der Lage sein werden, unser Budget auszugleichen und Schulden mit Zinsen zurückzuzahlen", sagte der Ökonom. US-Präsident Obama und der Kongress müssten eine "klare Ansage" machen, wie das Schuldenproblem mittelfristig gelöst werden solle.



insgesamt 49 Beiträge
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founder 27.02.2011
1. 2 drastische Videos zur Situation der USA
Von NIA - National Inflation Associaton 7 Minuten SF vom Dezember 2012 - der Tag an dem der Dollar starb (http://politik.pege.org/2010/us-inflation.htm) Von CAGW - Citizen against government waste 1 Minute Schock Werbespot (http://politik.pege.org/2010/usa-zukunft.htm) Ein chinesischer Professor doziert 2030 in Peking über die untergegangenen Reiche - Grichen - Römer - britische Empire - USA Wie es dazu überhaupt kommen konnte? Die Philosohie der Leistungsgesellschaft möchte durch instabile Situationen einzelne Bürger aber auch ganze Staaten zu immer neuen Höchstleistungen voran peitschen. An dieser schändlichen Philosophie und deren konsequenten Fehlentscheidungen zur Instabilität zerbricht gerade die USA (http://politik.pege.org/2011-leistungsgesellschaft/usa-oelimporte.htm)
jenio 27.02.2011
2. .
da hat wohl ein "ökonom" auf den fallenden dollar gewettet?
empire2002 27.02.2011
3. Zurück zum Solzialismus
Zitat von sysopDer*Wirtschaftshistoriker Barry Eichengreen fordert Maßnahmen zur Lösung des Schuldenproblems in den USA: Weil es nicht möglich sei, in den Vereinigten Staaten über Steuererhöhungen zu diskutieren, würde das Land das Vertrauen der Investoren verspielen, warnte der Experte im SPIEGEL. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,747959,00.html
Europa hat 40% Steuerquote, die USA nur 19%. Und deshalb soll das sozialistische UmverteilungsEuropa jetzt Vorbild sein? In Deutschland beträgt die Summe der Steuern plus Renten plus Krankenversicherung inzwischen 70-80% vom Gehalt. Selbst in der DDR war die Steuergesamtbelastung niedriger als heute in der BRD. Vom Staat gelenkte Umverteilung/Subventionen, dass soll dass neue Vorbild sein?
Alf.Edel 27.02.2011
4. Steuern...
Zitat: "Im Vergleich zu Europas Regierungen, die "Steuern in Höhe von 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einnehmen, liegt der Wert in den USA bei nur 19 Prozent..." Na ich denke, da ist ja noch Luft für Steuererhöhungen in Europa drin. ;) Was wird hier eigentlich mit dem ganzen Steueraufkommen gemacht? Verschwendet, verfressen, an die armen "Bedürftigen" verteilt?Kein Wunder, dass der Binnenkonsum hier nicht anspringt...
MarkusKrawehl, 27.02.2011
5. gelenkt
Zitat von empire2002Europa hat 40% Steuerquote, die USA nur 19%. Und deshalb soll das sozialistische UmverteilungsEuropa jetzt Vorbild sein? In Deutschland beträgt die Summe der Steuern plus Renten plus Krankenversicherung inzwischen 70-80% vom Gehalt. Selbst in der DDR war die Steuergesamtbelastung niedriger als heute in der BRD. Vom Staat gelenkte Umverteilung/Subventionen, dass soll dass neue Vorbild sein?
Wenn Sie von Umverteilung sprechen, so meinen Sie doch sicherlich nicht nur die Umverteilung innerhalb eines Staates, sondern die der Weltwirtschaft. Und hier sieht es für die US-Amerikaner sehr düster aus, wenn die Lügen der stabilen Währung auffliegen. Dann müsste man wieder selbst arbeiten gehen, statt irgendwelche Drittweltkinder für den eigenen Wohlstand heranzuziehen.
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