Schwache Wirtschaft US-Regierung senkt Wachstumsprognose

Die Regierung um US-Präsident Barack Obama hat ihre Wachstumsprognosen für die amerikanische Wirtschaft stark gesenkt. Gleichwohl will Präsident Barack Obama die Staatsschulden deutlich abbauen. Experten zweifeln daran, dass dies gelingt.

Schlechte Aussichten: Trotz Wirtschaftsflaute muss US-Präsident Barack Obama sparen
AP

Schlechte Aussichten: Trotz Wirtschaftsflaute muss US-Präsident Barack Obama sparen


Washington - Weniger Wachstum und hohe Arbeitslosigkeit: Die US-Wirtschaft kommt nicht aus der Krise. Sowohl für dieses als auch für kommendes Jahr hat die US-Regierung ihre Wachstumsprognosen gesenkt. Die Arbeitslosigkeit soll hoch bleiben

In diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt nur um 1,7, im kommenden um 2,7 Prozent wachsen, teilt das Präsidialamt am Donnerstag mit. Bislang wurde mit 2,6 und 3,6 Prozent kalkuliert. Einem kräftigen Aufschwung steht vor allem die hohe Arbeitslosigkeit im Weg: Sie wird für das laufende Jahr auf 9,1 Prozent geschätzt und soll 2012 nur geringfügig auf 9,0 Prozent zurückgehen.

Die schlechten Aussichten schwächen auch die Kauflust der Amerikaner. Das ist fatal, weil die US-Wirtschaft traditionell sehr stark von den Konsumausgaben abhängt.

Trotz der miesen Konjunkturaussichten muss Präsident Barack Obama die Neuverschuldung deutlich zurückfahren. Kommende Woche will er seine Pläne für mehr Wachstum und Beschäftigung vorlegen. Das Staatsdefizit soll von 8,8 Prozent in diesem Jahr auf 6,1 Prozent in 2012 sinken. "Die Prognosen machen deutlich, dass die Wirtschaft rasch angekurbelt werden muss", sagte Jack Lew, Chefhaushälter im Präsidialamt.

Andere Volkswirtschaften wachsen stärker

Angesichts schlechter Rahmenbedingungen bezweifeln Experten jedoch, dass ein kräftiger Defizitabbau gelingen kann. "Der Präsident geht davon aus, dass das Defizit von 1,3 Billionen Dollar auf 473 Milliarden Dollar im Jahr 2014 sinkt - das scheint eine sehr optimistische Annahme zu sein", sagt Chris Edards vom konservativen Cato Institute in Washington.

Gerade im Vergleich zu ihrem größten Konkurrenten steht großen Volkswirtschaft der Welt schlecht da: Chinas Wirtschaftsleistung wächst nahezu ungebremst. In diesem Jahr soll es ein Plus von mehr als neun Prozent geben. Die Nummer drei der Welt, Japan, erwartet wegen des Erdbebens, dem Höhenflug des Yen und der schwächelnden Weltwirtschaft in diesem Jahr ein um 0,7 Prozent schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt, 2012 soll die japanische Wirtschaft aber wieder um 2,7 Prozent wachsen. Für die deutsche Wirtschaft rechnen Experten in diesem Jahr mit einem Wachstum von rund drei Prozent.

kpa/Reuters

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rabenkrähe 02.09.2011
1. jaja
Zitat von sysopDie Regierung um US-Präsident Barack Obama hat ihre Wachstumsprognosen für die amerikanische Wirtschaft stark gesenkt. Gleichwohl will Präsident Barack Obama die Staatsschulden deutlich abbauen.*Experten zweifeln daran, dass dies gelingt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,783957,00.html
.... Das ist typisch für Oberschwafler Obama. Zwei Jahre sogenannter Aufschwung, wenn auch nur von den Schwellenländern und der Lagerauffüllung getrieben, haben nicht dazu genügt, die US-Wirtschaft auf die Füße zu stellen, aber jetzt, da es weltweit hakt, da wird ihm sicher der große Durchbruch gelingen. Sehr witzig. Solange die USA nicht einsehen, daß es in ihrem System hakt, daß Schulden, Manipulationen und Geschwafel im internationalen Wettbewerb nicht mehr genügen, solange wird es ihnen auch nicht besser gehen. Die US-Regierung hat ja ebensowenig Vertrauen in ihre eigene Wirtschaft, wie die selber auch. Sie leben ja nur noch von den milden Gaben der Regierung und der Fed. Es wird Zeit, daß die Wirtschaft aus sicher heraus Wege der BEsserung findet und nicht nur mit virtuellen Kapitalien, die an den Börsen verzockt werden. rabenkrähe
Kilon 03.09.2011
2. Obama Schuld?
Was kann denn Obama für die Krise? Man kann wenn überhaupt höchstens die Maßnahmen kritisieren, aber er hat riesige Konjunkturpakete aufgelegt, und für mehr ist keine Luft mehr, dazu noch das kindische Spielchen zwischen den Reps und Demokraten, wie bei der Anhebung der Schuldengrenze. Man schadet damit dem Land, aber der eigene Ruf ist da wichtiger... Obama musste das Amt antreten unter Umständen wie wohl kaum ein anderer Präsident. Sehr vieles davon ist jedoch den Republikanern bzw. der Bush-Regierung zu verdanken. Er konnte kaum einen schlechteren Zeitpunkt erwischen, hätte die Bushregierung nicht mit Geld um sich geworfen wie sonstwas: unnötige Militärausgaben, Steuererleichterungen für alle, auch für die Multimillionäre und Milliardäre denen es nicht weh tut die aber in der Summe trotz ihrer geringen Anzahl eine große Menge der Steuereinnahmen ausmachen. Dann waren Maßnahmen nötig, die musste Obama jedoch mit einer schon völlig überzogenen "Kreditkarte" finanzieren... Die USA haben noch Glück, dass die Zinsen für US-Staatsanleihen so gering sind da sie trotz allem als sicherer Hafen von immer noch genug Personen angesehen werden, auch wenn China und Russland z.b. sich von ihren US-Anleihen nach und nach trennen, ebenso wie viele reiche Privatpersonen, dennoch zahlt man aktuell weniger Zinsen als zu Zeiten wo die Verschuldung noch bei unter 9 Billionen lag, jetzt geht sie ja auf die 15 Billionen zu und man zahlt trotzdem einiges weniger an Zinsen. Hätte man die unnötigen Ausgaben von 2001 bis 2008 die von Bush getätigt worden sind für Konjunkturpakete genutzt, dann sähe die Lage sicher etwas besser aus. Denn die USA hätten solche Pakete nötig wie China sie aufgelegt hat, denn die US-Infrastruktur ist alles andere als die beste. Viele Brücken und Straßen sind in schlechtem Zustand, nur als Beispiel. Ist natürlich auch ein riesiges Netz an Straßen und Brücken. Sehr schade, dass Obama als erster afroamerikanischer Präsident das Amt antreten musste zu einem dermassen ungünstigem Zeitpunkt. Das ist für Rassisten und andere gut um zu sagen "Der ist inkompetent!". Dabei ist es in etwa so, als hätte man im 3. Reich im Jahr 1944 irgendjemandem die Führung übertragen und ihn dann für den verlorenen Krieg verantwortlich gemacht.
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