Erdölpakt Deutschland und Polen wollen Versorgung von Raffinerie Schwedt sichern

Polen hat erstmals Rohöllieferungen über Danzig in die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt zugesagt. Die Versorgung soll so auch ohne Öl aus der russischen Druschba-Pipeline sicher bleiben.
Raffinerie in Schwedt

Raffinerie in Schwedt

Foto: Hannibal Hanschke / REUTERS

Deutschland und Polen wollen nach dem Verzicht auf russisches Pipelineöl die Versorgung der Raffinerie Schwedt sicherstellen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und die polnische Klimaministerin Anna Moskwa unterzeichneten dafür eine gemeinsame Erklärung. Beide Seiten wollten den Betrieb der polnischen Raffinerien in Danzig und Plock sowie der deutschen Raffinerien in Schwedt und Leuna mit Rohöl sicherstellen, erklärten die Minister. Sie riefen zur Kooperation von deutschen und polnischen Ölunternehmen auf.

Deutschland will ab Ende des Jahres kein russisches Öl mehr verarbeiten und benötigt daher Ersatz für das Öl aus der Druschba-Pipeline. Schwedt ist derzeit unter deutscher Treuhandverwaltung, gehört aber weiter dem russischen Staatskonzern Rosneft. Um Schwedt angemessen auszulasten, ist man auf Lieferungen über den polnischen Hafen Danzig und das Pipelinesystem dort angewiesen. Deutschland verhandelte daher seit Monaten mit der polnischen Seite. Wie genau die Versorgung von Schwedt sichergestellt werden soll, ging aus der Erklärung nicht hervor.

ssu/Reuters
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