Altersvorsorge Schweizerinnen müssen in Zukunft länger arbeiten

Das Schweizer Parlament erhöht das Rentenalter für Frauen auf 65 und damit auf den Stand der Männer. Doch die Bürger könnten das Gesetz noch kippen.
Frauen in der Schweiz werden bald ein Jahr länger arbeiten müssen. Zwei Wanderinnen am Seealpsee in Appenzell (Archivbild)

Frauen in der Schweiz werden bald ein Jahr länger arbeiten müssen. Zwei Wanderinnen am Seealpsee in Appenzell (Archivbild)

Foto: MANUEL GEISSER / imago images

In der Schweiz sollen künftig auch Frauen bis 65 arbeiten. Das entschied der Nationalrat, die zweite Kammer des Parlaments, nach einer intensiven Debatte. Zuvor hatte ihr Renteneintrittsalter bei 64 Jahren gelegen.

Durch diesen Schritt soll die staatliche Rentenkasse AHV bis 2030 finanziell stabilisiert werden. Die Grünen und die Sozialdemokraten sprachen sich geschlossen dagegen aus und hatten verlangt, stattdessen Gewinne der Nationalbank für die Zusatzfinanzierung der AHV zu nutzen. Das Rentenalter der Männer bleibt unverändert bei 65. Für Frauen ab heute 58 Jahren, also die ersten sechs Jahrgänge, soll es einen Ausgleich für die bald längere Arbeitszeit geben.

Das AHV-Geld könnte knapp werden, weil die Lebenserwartung in den vergangenen 50 Jahren um mehr als zehn Jahre gestiegen ist und es immer weniger Erwerbstätige pro Rentner gibt. Die Schweizer Rente hat drei Säulen: Die staatliche Rente, eine obligatorische berufliche Vorsorge, in die Arbeitgeber und -nehmer einzahlen, und steuerlich geförderte private Spareinlagen für den Ruhestand.

Sobald das Gesetz im Bundesblatt veröffentlicht ist, können Gegnerinnen und Gegner versuchen, es per Volksabstimmung zu kippen. Dafür müssten sie innerhalb von 100 Tagen 50.000 Unterschriften zusammenbringen. Die Heraufsetzung des Rentenalters für Frauen ist schon mehrfach an der Urne gescheitert, zuletzt 2017. 26 Jahre sind vergangen, seit das Stimmvolk das letzte Mal eine AHV-Reform gutgeheißen hat.

nek/dpa
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