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29. Mai 2015, 12:07 Uhr

Export-Schwäche

Franken-Schock lastet schwer auf Schweizer Wirtschaft

Die starke Aufwertung des Franken bremst Schweizer Firmen aus. Die Wirtschaftsleistung ist gesunken - der erste Rückgang seit dreieinhalb Jahren. Manche Experten fürchten gar eine Rezession.

Die plötzliche Aufwertung der Schweizer Währung im Januar hat im ersten Quartal 2015 die Wirtschaftsleistung des Landes gedrückt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März um 0,2 Prozent zum Vorquartal, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft auf Grundlage einer aktuellen Schätzung mit. Bankvolkswirte hatten hingegen mit einer Stagnation gerechnet.

"Negative Impulse kamen insbesondere von der Handelsbilanz mit Waren und Dienstleistungen", heißt es in der Mitteilung. Mit anderen Worten: Schweizer Exporteure haben es schwer, ihre teurer gewordenen Produkte zu verkaufen. Die positive Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen und der privaten Konsumausgaben habe aber einen stärkeren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts verhindert. Es ist das erste Minus seit rund dreieinhalb Jahren.

Einige Experten sehen angesichts der trüben Aussichten für das laufende Quartal bereits eine drohende Rezession. Zum Vorjahresquartal stieg das BIP allerdings um 1,1 Prozent.

Im Januar hatte sich die Schweizerische Notenbank (SNB) überraschend dazu entschlossen, sich nicht mehr gegen die Aufwertung des Franken zu stemmen. Auslöser war die zunehmend lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die zu einer Abwertung des Euro führte.

Die SNB musste massiv am Devisenmarkt intervenieren, um ihre Kursgrenze von 1,20 Franken je Euro zu verteidigen. Nach der Aufhebung der Grenze gewann die Schweizer Währung schlagartig an Wert. Das belastete insbesondere den Außenhandel und die Schweizer Tourismusbranche.

bos/dpa

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