Steuersünder Schweizer Finanzministerin ist zum Austausch von Bankdaten bereit

Die G7-Staaten wollen ihren Kampf gegen Steuerschlupflöcher verstärken. Sie zielen auf den automatischen Austausch von Bankkundendaten, und zwar international. Die Schweizer Ministerin Widmer-Schlumpf wäre damit einverstanden - unter bestimmten Bedingungen.

Widmer-Schlumpf: Grundsätzlich zum automatischen Datenaustausch bereit
DPA

Widmer-Schlumpf: Grundsätzlich zum automatischen Datenaustausch bereit


Zürich - Im Kampf gegen Steuerhinterzieher und -flüchtlinge wollen die sieben führenden westlichen Industrieländer (G7) auf internationaler Ebene Maßnahmen einführen. Der automatische Informationsaustausch über alle Arten von Kapitalerträgen solle internationaler Standard werden, beschlossen die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs am Samstag nahe dem südenglischen Aylesbury.

Die Schweizer Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf wäre dazu bereit. Bisher hatte ihr Land zwar Bankdaten auf Anfrage übermittelt, lehnte einen automatischer Austausch jedoch ab. Auch Widmer-Schlumpf stellte dafür Bedingungen, wie sie dem Züricher "Tages-Anzeiger" sagte. Voraussetzung dafür sei zum einen, "dass die bedeutenden Finanzplätze der Welt an einem solchen Datenaustausch teilnehmen".

Zum anderen, "dass nicht nur die Namen von Personen, die das Konto eröffnet haben oder die als Eigentümer auf dem Papier stehen, ausgetauscht werden, sondern von allen Ländern auch die Namen der Personen, denen das Vermögen wirklich gehört, so etwa bei Trusts".

Widmer-Schlumpf hat sich zwar schon in der Vergangenheit einverstanden erklärt, über den automatischen Austausch von Bankdaten zu diskutieren, jedoch noch nicht in dieser Offenheit. In der Regierungskoalition besteht keine einheitliche Position in dieser Frage.

Insbesondere in den USA, Frankreich und Deutschland ist das Schweizer Bankgeheimnis in die Kritik geraten. Im vergangenen Monat hatten Luxemburg und Österreich einem solchen Austausch von Bankdaten ausländischer Kunden zugestimmt.

abl/Reuters

insgesamt 24 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
micha.w 12.05.2013
1. na endlich,
ganz normale Sache eines Rechtsstaats, oder? Wie man allerdings an Gesellschafter bzw. Besitzer von Trusts,gerade wenn sie über mehrere vorgeschaltete Firmen kommen will sieht wohl eher mal wieder nach dummen Gequatsche der "Unwissenden Politiker aus.
happy2010 12.05.2013
2.
Zitat von sysopDPADie G7-Staaten wollen ihren Kampf gegen Steuerschlupflöcher verstärken. Sie zielen auf den automatischen Austausch von Bankkundendaten, und zwar international. Die Schweizer Ministerin Widmer-Schlumpf wäre damit einverstanden - unter bestimmten Bedingungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schweizer-finanzministerin-ist-bereit-zum-bankdatenaustausch-a-899331.html
Ach es ist doch soooo einfach Die Amerikaner fordern von allen Banken, die in den USA Geschäfte machen wollen FATCA Und die USA verweigern jeder Bank den US Zugang, wenn diese A: FATCA nicht anwenden B: Mit Banken zusammenarbeiten, die FATCA nicht anwenden Ändert die Schweiz, Lux, Zypern und wie die ganzen Steuerdiebstahlsländer heissen nicht ihre Bankengeheimnisse und Datenaustauschregeln, dann sind die international isoliert Hat also mit "Einsicht" gar nix zu tun Die Schweiz versucht nur, sich diesen Schritt, den die eh machen müssen, noch teuer bezahlen zu lassen
spiekr 12.05.2013
3. Ein Schlumpf, wer böses dabei denkt
Die Frau wäre vor 2 Jahren für diese Vorschläge von Ihren Schweizern noch als Verräterin beschimpft worden. Ich schmunzele noch über die damaligen Schweizer SPON Zuschriften. Aber heute ist die Schweiz raus aus der Vorschlagsrolle und wird abgehandelt im (hoffentlich) harten G 7 Beschluss gegen alle Steueroasen.
egowehner 12.05.2013
4. Ich fange an,..
die Schweizer zu mögen.
spiekr 12.05.2013
5. Vorsicht!
Zitat von egowehnerdie Schweizer zu mögen.
Die Schweizer haben die Faust in der Tasche, gegen die "Sauschwob im nördlichsten Kanton" und um das Fremdgeld festzuhalten, welches Sie für ihr Eigentum halten. Das Lächeln ist gequält, um zumindest die Touristenzahlen nicht weiter schwinden zu sehen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.