Schweizer Konten US-Ermittler behandeln Steuersünder wie Drogenschmuggler

Die US-Behörden greifen im Steuerstreit mit der Schweiz zu drastischen Methoden: Verdächtige Amerikaner werden unter Strafandrohung aufgefordert, ihre Konten im Ausland offenzulegen. Auch auf die eidgenössischen Banken erhöhen die Ermittler den Druck. 


Zürich - Auf der Jagd nach Steuersündern greifen die US-Behörden zu einer Taktik, die bislang vor allem gegen Drogenschmuggler und Geldwäscher eingesetzt wird. Bei Verdacht auf geheime Konten in der Schweiz oder anderen Ländern fordern Staatsanwälte US-Steuerzahler unter Strafandrohung auf, ihre Konten offenzulegen. Damit richtet sich der Druck nicht mehr nur gegen die Banken, sondern auch gegen die Kunden selbst.

"Das ist im Moment ein sehr heißes Thema", sagte Nathan Hochman von der Kanzlei Bingham McCutchen. Seit rund einem Jahr sind den Anwälten von Betroffenen zufolge mindestens ein Dutzend sogenannter Subpoenas ausgestellt worden. Die Staatsanwälte ordnen mit diesem Zwangsmittel die Herausgabe von Einzelheiten zu den Bankkonten seit 2003 an.

Steuerzahler, die sich weigern, solche möglicherweise belastenden Beweismittel gegen sich selbst einzubringen, müssen mit Geldbußen oder sogar Gefängnis rechnen. Bei den Steuerzahlern handelt es sich um Personen, die sich zu spät gemeldet haben, um von den freiwilligen Offenlegungsprogrammen der US-Steuerbehörden zu profitieren. Amerikaner, die ihre zuvor geheimen Auslandskonten offenlegten und eine Strafsteuer bezahlten, blieben dabei vor strafrechtlichen Konsequenzen verschont. Außerdem sind offenbar auch Kunden betroffen, die von ihren Bankbetreuern im Zuge von Strafanzeigen und sogar Anklagen ans Messer geliefert wurden.

Die Drohungen sind Ausdruck der Spannungen zwischen der Schweiz und den USA. Die US-Behörden verdächtigen Zehntausende vermögende Amerikaner, in den vergangenen Jahren Milliarden von Dollar über Schweizer Banken am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Gegen elf Schweizer Institute läuft bereits eine strafrechtliche Untersuchung. Dazu gehören Credit Suisse, Julius Bär, die Privatbank Wegelin sowie die Basler Kantonalbank.

Die Schweizer und die Amerikaner verhandeln seit Monaten über eine Lösung für den Steuerstreit. Zeitungsberichten zufolge bieten die USA den Schweizer Banken im Gegenzug für Kooperationen den Verzicht auf eine strafrechtliche Verfolgung an. Eine Einigung dürfte der Übereinkunft ähneln, der die UBS 2009 zugestimmt hatte. Damals zahlte das Geldhaus 780 Millionen Dollar und gab Informationen von rund 4450 Kunden preis.

cte/Reuters



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tasc 29.12.2011
1. Am Amerikanischen Wesen soll die Welt genesen
Zitat von sysopDie US-Behörden greifen im Steuerstreit mit der Schweiz zu drastischen Methoden: Verdächtige Amerikaner werden unter Strafandrohung aufgefordert, ihre Konten im Ausland offenzulegen. Auch auf die eidgenössischen Banken erhöhen die Ermittler den Druck.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806248,00.html
Ein weiteres Beispiel dafür das die USA Stück für Stück unfreier werden. Ich habe es mit Absich in meinem Lebenslauf versäumt jemals in die Fänge des IRS zu kommen - einmal mit einer US Steuernummer gesegnet muss mann auch nach der Rückkerh in die Heimat immer schön mitteilen ob und wo mann Geld verdient hat - egal ob mann US Bürger ist oder nicht.
rainer_daeschler 29.12.2011
2. Asylland Hessen
Zitat von sysopDie US-Behörden greifen im Steuerstreit mit der Schweiz zu drastischen Methoden: Verdächtige Amerikaner werden unter Strafandrohung aufgefordert, ihre Konten im Ausland offenzulegen. Auch auf die eidgenössischen Banken erhöhen die Ermittler den Druck.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806248,00.html
Sie sollten Asyl in Hessen suchen, entsprechendes Vermögen vorausgesetzt. Dort wird dann eher der Druck auf die Steuerfahnder erhöht.
mitbestimmender wähler 29.12.2011
3. US-Ermittler kämpfen gegen die Aufbauer Amerikas
Zitat von sysopDie US-Behörden greifen im Steuerstreit mit der Schweiz zu drastischen Methoden: Verdächtige Amerikaner werden unter Strafandrohung aufgefordert, ihre Konten im Ausland offenzulegen. Auch auf die eidgenössischen Banken erhöhen die Ermittler den Druck.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806248,00.html
Wenn man die anderen involvierten Schweizer Banken anschaut Die isra*elischen Banken Leumi, Hapoalim und Mizrahi. Die übrigen HSBC, Liechtensteinische Landesbank, Basler Kantonalbank, Wegelin, Julius Bär Die im Amerikageschäft ihre Dienste hauptsächlich an US jüdische Kunden bringen und seit dem 2. Weltkrieg Beziehungen mit Ihnen pflegen............. Freue ich mich schon auf die Rache dieser einflussreichen nicht zu verachteten grosse Oberschicht Amerikas. Die Retourkutsche kommt bei anstehenden Wahlen, mit Abzug der Handelshäuser und diversen Privaten Konzernen.
kellitom 29.12.2011
4. Wir sollten es wie die USA machen
Der Druck auf die Schweizer Banken und die Steuerbetrüger kann gar nicht groß genug sein. Wir sollten es genauso machen wie die USA, dann könnte unser Staat viele Millarden eintreiben.
stefanbodensee 29.12.2011
5. Wieso schlecht ? Eher gut !
Zitat von tascEin weiteres Beispiel dafür das die USA Stück für Stück unfreier werden. Ich habe es mit Absich in meinem Lebenslauf versäumt jemals in die Fänge des IRS zu kommen - einmal mit einer US Steuernummer gesegnet muss mann auch nach der Rückkerh in die Heimat immer schön mitteilen ob und wo mann Geld verdient hat - egal ob mann US Bürger ist oder nicht.
Sagen wir es mal so, welchen Grund sollte ich grundsätzlich NICHT haben, meine Steuern offiziell zu zahlen ? Das, was jeder kleine Popelbürger macht, müssen eben auch die Herrschaften machen, die Millionen und Milliarden ungern versteuern. Gerade die würde ich sagen .... Dabei tut es doch gerade diesen Leuten weit weniger weh, als den Menschen, die von einem Normallohn 40-50 % Ihres Einkommens an den Fiskus abtreten. Nein, mir tun diese Leute nicht leid, im Gegenteil, ruhig mehr CD´s ankaufen, petzen lassen und Druck ausüben - bis sie es kapiert haben. Otto Normalsteuerzahler wird wohl weiterhin kein Fan Ihrer 'Big-Brother'-Verschwörungstheorie sein, sondern auch diese Maßnahmen gutheissen. Mein Traum: jegliche Abschaffung von Subventionen, Steuervergünstigungen, Abschreibungsmöglichkeiten, Zuschüssen, Stiftungen und Steuerflucht- bzw. Wohnsitzfluchtmöglichkeiten und und und - und ein einheitlicher Steuersatz im humanen Bereich für alle gleich - egal ob Normalbürger, Firma, Superreicher oder was weiß ich was. Damit kann ich als Steuerzahler sehr gut leben - und erspare mir auch noch die Steuererklärung. Das wäre ja sowas von toll .... hach .... !
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