Wohlstand In Deutschland leben immer mehr Millionäre

Der durchschnittliche Wohlstand wächst. Weltweit - und auch in Deutschland. Laut einer Studie der Credit Suisse verfügen inzwischen mehr als 1,7 Millionen Bundesbürger über Bargeld und Sachwerte in Höhe von mindestens einer Million Dollar.
Champagner-Kühler: Der durchschnittliche Wohlstand wächst

Champagner-Kühler: Der durchschnittliche Wohlstand wächst

Foto: Britta Pedersen / dpa

Zürich - Trotz Finanzkrise haben sich die weltweiten Privatvermögen seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Auf insgesamt 241 Billionen Dollar seien sie gestiegen, heißt es in einer Studie der Schweizer Großbank Credit Suisse . Von Mitte 2012 bis Mitte 2013 sei das Volumen der Privatvermögen noch einmal deutlich gestiegen - um insgesamt 4,9 Prozent.

Auch in Deutschland steigt der durchschnittliche Wohlstand. Die Zahl der Bundesbürger, die über Bargeld oder Sachwerte in Höhe von mindestens einer Million Dollar verfügen, sei stark gewachsen, heißt es in der Studie. Seit Mitte 2012 seien 221.000 Menschen hinzugekommen; insgesamt lebten in Deutschland nun gut 1.735.000 Dollar-Millionäre.

Ungeachtet dessen nimmt die soziale Ungerechtigkeit in der Bundesrepublik zu. Laut einer Studie vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) ist die Ungleichheit der Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1991 und 2010 um 13 Prozent gewachsen. Hauptgründe seien Mini-Jobs, Teilzeit- und Zeitarbeit. Die Studie basiert auf der Auswertung von Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW); aktuellere Zahlen liegen dem DIW nicht vor.

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Foto: Frank Rumpenhorst/ picture-alliance/ dpa

Das durchschnittliche Vermögen der Deutschen entsprach laut Credit Suisse Mitte 2013 in etwa dem Mittelwert der Euro-Zone von 154.900 Euro pro Erwachsenem. Italiener und Belgier sind im Durchschnitt rund 20 Prozent reicher als Deutsche; Franzosen und Luxemburger sogar um 50 Prozent. In Spanien und Zypern liegen die durchschnittlichen Vermögen hingegen nur bei 60 Prozent des Eurozonen-Mittelwerts, in Griechenland oder der Slowakei nur bei 20 Prozent.

Steigende Aktienkurse lassen Vermögen weltweit wachsen

Das reichste Land der Welt ist laut Studie die Schweiz - mit einem durchschnittlichen Vermögen von 513.000 Dollar pro Erwachsenem. An zweiter Stelle steht Australien mit 403.000 Dollar, an dritter Norwegen mit 380.000 Dollar. Es folgen Luxemburg, die USA, Schweden, Frankreich, Singapur, Belgien und Dänemark mit Werten zwischen 250.000 und 300.000 Dollar.

Es gibt mehrere Gründe dafür, dass die Bundesbürger bei den Pro-Kopf-Vermögen schlechter abschneiden als ihre Nachbarn aus Südeuropa. Unter anderem wird das mittlere Vermögen in Deutschland auch immer noch durch die Wiedervereinigung gedrückt. Dazu ist die Neigung der Deutschen, Immobilien zu kaufen, vergleichsweise gering.

Insgesamt habe die Euro-Zone innerhalb von zwölf Monaten bei den Vermögenswerten mehr als die Hälfte der Verluste wettgemacht, die als Folge der Finanzkrise bis Mitte 2012 entstanden seien. Hauptgrund sind steigende Aktienkurse.

Den stärksten Vermögenszuwachs insgesamt verzeichnete Nordamerika mit 8,4 Billionen Dollar - ein Plus von 11,9 Prozent. Hauptgrund auch hier: steigende Aktienkurse. Auch die Immobilienpreise legten zuletzt wieder zu. 13,2 Millionen US-Bürger verfügen über mehr als eine Million Dollar.

In Japan gingen die Vermögenswerte als Folge der starken Yen-Abwertung um 20,5 Prozent auf 22,6 Billionen Dollar zurück - dadurch sanken die Gesamtvermögen der Länder in der Asien-Pazifik-Region um 3,7 Prozent auf 73,9 Billionen Dollar. Ohne Japan legte die Region allerdings um 6,2 Prozent auf 51,3 Billionen Dollar zu.

Die 20 reichsten Deutschen (Vermögen in Mrd. Euro)

2013 2012
1 Familie Karl Albrecht (Aldi Süd) 17,8 17,2
2 Familie Theo Albrecht jr. (Aldi Nord) 16 16
3 Dieter Schwarz (Lidl, Kaufland) 13 12
4 Familie Reimann (u. a. Reckitt Benckiser, Coty) 12 11
5 Susanne Klatten (u. a. BMW, Altana) 10 9
6 Familie Otto (Otto Versand, ECE) 8,6 8,2
7 Familie Würth (Würth) 8 8
8 Familie Oetker (u. a. Oetker, Hamburg Süd) 7,5 6,9
9 Stefan Quandt (BMW) 7,2 6,6
10 Johanna Quandt (BMW) 6,75 6,3
11 Familie Liebherr (Liebherr) 6,5 –
12 Familie Schaeffler (Schaeffler, Continental) 6,4 –
13 Hasso Plattner (SAP) 6,2 5,95
14 Dietmar Hopp (SAP) 6,1 –
15 Familie Braun (B. Braun) 5,9 5,7
16 Aloys Wobben (Enercon) 5,6 –
17 Klaus Tschira (SAP) 5,5 5,4
18 Klaus-Michael Kühne (Kühne + Nagel) 5,3 4,95
19 Familie Jacobs (Barry Callebaut, Adecco) 5 4,95
20 Familie August von Finck (Beteiligungen) 4,8 4,6
Quelle: manager magazin
ssu/dpa-AFX