SEC Trump macht Wall-Street-Anwalt zum Chef der Börsenaufsicht

Das Zocken könnte für Finanzriesen bald wieder leichter werden. Das lässt eine Top-Personalie des künftigen US-Präsidenten vermuten. Im Wahlkampf hatte Donald Trump noch gegen die Wall Street gehetzt.

Logo der SEC
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Der Wall-Street-Anwalt Jay Clayton wird unter US-Präsident Donald Trump neuer Chef der US-Börsenaufsicht SEC. Das gab Trump am Mittwoch in Washington bekannt. Die Entscheidung muss noch vom US-Senat abgesegnet werden.

Jay Clayton sei ein Experte für Finanzmarktregeln und werde sicherstellen, dass sich die Unternehmen erfolgreich entwickelten und sich zugleich an die Regeln hielten, teilte Trump mit. Viele Vorschriften, die Investitionen behinderten, müssten wieder gestrichen werden.

Die Neubesetzung war nötig geworden, nachdem die bisherige Leiterin der Börsenaufsicht, Mary Jo White, ihr Amt demonstrativ zum Amtsantritt Trumps am 20. Januar niedergelegt hatte.

Die SEC hatte nach der von den USA ausgehenden weltweiten Finanzkrise und unter der Präsidentschaft von Barack Obama die Zügel für die Finanzbranche deutlich angezogen. Donald Trump und sein künftiger Finanzminister Steven Mnuchin hatten angekündigt, einen Kurs der Deregulierung zu fahren und der Wall Street deutlich mehr Freiraum zu lassen.

Clayton ist ein Mann der Wall Street. Er arbeitet bisher als Wirtschaftsanwalt in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell. Unter anderem half er bei den Vorbereitungen für den Börsengang des riesigen chinesischen Internethändlers Alibaba mit. Zudem war er daran beteiligt, dass Barclays Teile der Pleitebank Lehman Brothers kaufte und die US-Regierung Geld in die Investmentbank Goldman Sachs steckte.

ssu/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 39 Beiträge
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Cyman 04.01.2017
1. Volle Fahrt voraus... voll gegen die Wand!
Hurra, mit diesem Kader kann es ja (sofern Trump die nächsten vier Jahre durchsteht) nur in eine Richtung gehen, nämlich voll gegen die Wand! Der Herr ist ja sowas von abgehoben, dass er meint, dass seinetwegen auf einmal alles wie geschmiert läuft. Nach den Personalien, welche er bisher in sein Schattenkabinett nominiert hat, ist es ja auch kein Wunder, dass sich die Wall Street, Banken und Ölkonzerne die Hände reiben. Wohin diese allerdings führen wird, ist ob des aktuellen Schuldenstands der USA und im Hinblick auf die Ereignisse vom Herbst 2008 und die darauf folgende Wirtschaftskrise nur ziemlich deutlich erkennbar.
El_Brain 04.01.2017
2.
Der Kämpfer gegen das "Establishment" hat mal wieder zurückgeschlagen. *Ironie aus*
susuki 04.01.2017
3.
Das ist lustig, "Unfriendly Takeover" der SEC. Es werden sich bald viele Papiere tummeln welche nur dem ausnehmen der Käufer dienen. Das wird spannend!
mykelgermany 04.01.2017
4. Hahahahaha ...
... der Kandidat des einfachen, hart arbeitenden Amerikaners, der mit der Elite aufräumen wird. Nicht, dass das irgendwer vorher gesagt hätte, oder?
tailspin 04.01.2017
5. Das kann in jede Richtung gehen
Wenn ich einen brauche, der Wall Steet aufraeumen soll, muss ich dann einen Aussenstehenden nehmen, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat oder einen Insider, der bereits alle Tricks kennt? Vorausgesetzt, Trump steht zu seinen Ankuendigungen, und der gewaehlte Aufraeumer ist loyal, dann wuerde ich den Insider nehmen. Falls Trump nicht zu seinen Ankuendigungen stehen sollte, und SPON scheint das zu insinuieren, dann nehme ich den Ahnungslosesten und Unbegabtesten, der gerade greifbar ist.
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