SEC Trump macht Wall-Street-Anwalt zum Chef der Börsenaufsicht

Das Zocken könnte für Finanzriesen bald wieder leichter werden. Das lässt eine Top-Personalie des künftigen US-Präsidenten vermuten. Im Wahlkampf hatte Donald Trump noch gegen die Wall Street gehetzt.
Logo der SEC

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Foto: © Jonathan Ernst / Reuters/ REUTERS

Der Wall-Street-Anwalt Jay Clayton wird unter US-Präsident Donald Trump neuer Chef der US-Börsenaufsicht SEC. Das gab Trump am Mittwoch in Washington bekannt. Die Entscheidung muss noch vom US-Senat abgesegnet werden.

Jay Clayton sei ein Experte für Finanzmarktregeln und werde sicherstellen, dass sich die Unternehmen erfolgreich entwickelten und sich zugleich an die Regeln hielten, teilte Trump mit. Viele Vorschriften, die Investitionen behinderten, müssten wieder gestrichen werden.

Die Neubesetzung war nötig geworden, nachdem die bisherige Leiterin der Börsenaufsicht, Mary Jo White, ihr Amt demonstrativ zum Amtsantritt Trumps am 20. Januar niedergelegt hatte.

Die SEC hatte nach der von den USA ausgehenden weltweiten Finanzkrise und unter der Präsidentschaft von Barack Obama die Zügel für die Finanzbranche deutlich angezogen. Donald Trump und sein künftiger Finanzminister Steven Mnuchin hatten angekündigt, einen Kurs der Deregulierung zu fahren und der Wall Street deutlich mehr Freiraum zu lassen.

Clayton ist ein Mann der Wall Street. Er arbeitet bisher als Wirtschaftsanwalt in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell. Unter anderem half er bei den Vorbereitungen für den Börsengang des riesigen chinesischen Internethändlers Alibaba mit. Zudem war er daran beteiligt, dass Barclays Teile der Pleitebank Lehman Brothers kaufte und die US-Regierung Geld in die Investmentbank Goldman Sachs steckte.

ssu/dpa-AFX/Reuters
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