US-Wirtschaftsleistung Shutdown kostet elf Milliarden Dollar

Fast doppelt so teuer wie Trumps Mauer: Der wochenlange Stillstand in US-Behörden verschlang laut einer offiziellen Studie elf Milliarden Dollar. Ein Großteil des Verlustes könnte aber noch wettgemacht werden.
Proteste von Regierungsangestellten in Washington während des Shutdowns

Proteste von Regierungsangestellten in Washington während des Shutdowns

Foto: Andrew Harnik/ dpa

Der fünfwöchige Shutdown in den USA kommt die heimische Wirtschaft nach Schätzung einer Kongressbehörde teuer zu stehen. Durch den Stillstand von Teilen der US-Regierung seien elf Milliarden Dollar an Wirtschaftsleistung verloren gegangen, heißt es in einem Bericht des parteiübergreifend tätigen Congressional Budget Office (CBO).

Ausgelöst wurde der Shutdown durch einen Streit zwischen Donald Trump und dem Kongress über die vom US-Präsidenten geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko. Für ihren Bau forderte Trump insgesamt 5,7 Milliarden Dollar, was die US-Demokraten jedoch ablehnten.

Ein Großteil der verlorenen Wirtschaftsleistung könnte der Studie zufolge noch aufgeholt werden. Der 35 Tage lange Stillstand werde den USA im vierten Quartal des zurückliegenden Jahres 0,1 Prozentpunkte beim Wirtschaftswachstum kosten, im ersten Quartal 2019 sogar 0,2 Prozentpunkte. Dafür werde das Wachstum in den Folgequartalen vermutlich etwas höher ausfallen. Nach den Kompensationseffekten werde die Wirtschaftsleistung durch den Shutdown dann nur um 0,02 Punkte kleiner ausfallen.

Wirkung von Steuerreform lässt nach

Das CBO schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2019 nur noch um 2,3 Prozent zulegen wird, nach 3,1 Prozent im vergangenen Jahr. Dabei spielten auch die nachlassenden Konjunktureffekte der von Trump angestoßenen Steuerreform eine Rolle. Einzelne Firmen und insbesondere die rund 800.000 Staatsbediensteten, die während der Phase unbezahlt arbeiten mussten, dürften laut den CBO-Experten die Auswirkungen besonders zu spüren bekommen.

Zu Wochenbeginn wurde die längste Regierungsblockade in der US-Geschichte vorerst aufgehoben. Trump hatte am Freitag die vorläufige Einigung im Haushaltsstreit verkündet. Die Übergangsregelung soll bis zum 15. Februar gelten. Trump stimmte der Einigung zu, obwohl er nicht die lange geforderten 5,7 Milliarden Dollar für den Bau der Grenzmauer erhielt.

dab/dpa/Reuters
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