Fall Khashoggi Siemens-Chef Kaeser sagt Teilnahme an Konferenz in Riad ab

Die Kritik an seiner Teilnahme wurde immer lauter - nun hat Siemens-Chef Joe Kaeser seine Zusage für die Investorenkonferenz FII in Saudi-Arabien zurückgezogen. Es gehe jetzt darum, die Wahrheit herauszufinden.
Joe Kaeser

Joe Kaeser

Foto: imago/ photothek

Siemens-Chef Joe Kaeser verzichtet nach dem unaufgeklärten Tod des Journalisten Jamal Khashoggi auf seine geplante Reise nach Saudi-Arabien. Kaeser teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, er sage seine Teilnahme für eine Investorenkonferenz in dem Königreich in dieser Woche ab. Siemens sei ein verlässlicher Partner des Königreichs, heißt es in der Mitteilung, aber jetzt gelte es, die Wahrheit herauszufinden und Gerechtigkeit walten zu lassen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kaeser gehört zum Beirat der Investorenkonferenz und hielt lange an der Teilnahme fest: "Wenn wir aufhören, mit Ländern zu kommunizieren, in denen Menschen vermisst werden, kann ich auch gleich zu Hause bleiben", hatte der Wirtschaftsmanager noch vergangene Woche in Toronto gesagt.

Das Verhalten des Siemens-Chefs stieß in der deutschen Politik auf Unverständnis und Kritik. "Es liegt auch in der Verantwortung der deutschen Wirtschaft, wertegeleitet zu handeln", hatte der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai, dem SPIEGEL gesagt.

Hintergrund des Streits ist die Affäre um den saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi, der bei einem Besuch des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul getötet wurde. Saudi-Arabien hatte am Samstag unter massivem internationalen Druck zugegeben, dass der vermisste Khashoggi Anfang Oktober im Konsulat des Königreichs getötet wurde.

Auf der "Future Investment Initiative" (FII) sollten vom 23. bis zum 25. Oktober ursprünglich mehr als 180 hochkarätige Referenten aus mehr als 90 Staaten teilnehmen. Die Veranstaltung, die in Anlehnung an das Weltwirtschaftsforum "Davos in der Wüste" genannt wird, ist ein Prestigeprojekt für das Königshaus. Sie soll die Internationalisierung der heimischen Wirtschaft vorantreiben. Zahlreiche Unternehmen und Politiker haben ihre Teilnahme an dem Treffen bereits abgesagt, darunter US-Finanzminister Steven Mnuchin, der britische Handelsminister Liam Fox und der französische Finanzminister Bruno Le Maire.

hej/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.