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29. April 2019, 21:53 Uhr

Bau neuer Kraftwerke

Siemens kommt Milliardenaufträgen im Irak einen Schritt näher

Der Irak will Siemens in den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Stromversorgung einbinden. Konkrete Aufträge gibt es aber noch nicht.

Die irakische Regierung hat erklärt, dass sie sich mit Siemens auf eine "Roadmap" für den Wiederaufbau der Elektrizitätsversorgung des Landes verständigt hat. Konkrete Inhalte wurden nicht genannt. Das Münchner Unternehmen bemüht sich seit Herbst 2018 um Großaufträge zum Bau von Kraftwerken mit einer Erzeugungskapazität von elf Gigawatt. Das Projekt soll ein Gesamtvolumen von mehr als zehn Milliarden Euro haben.

Der US-Rivale General Electrics (GE) hatte mit Siemens um die Aufträge konkurriert und dabei Unterstützung von der Regierung in Washington erhalten. Die deutsche Bundesregierung hatte sich für Siemens stark gemacht. Die "Financial Times" hatte berichtet, dass sich die Konzerne die Arbeit teilen müssten.

Beide Firmen leiden in Folge der Energiewende unter schwindender Nachfrage nach Turbinen für konventionelle Kraftwerke. Die Großaufträge wären wichtig, um die kriselnden Energiesparten zu retten. Aus der irakischen Erklärung geht nicht hervor, ob Siemens den Zuschlag allein erhält oder ob auch General Electrics am Wiederaufbau beteiligt wird.

Ein Siemens-Sprecher sagte, er habe die Information bislang aus den Medien erhalten. Konkrete Aufträge seien bisher nicht erteilt worden. Aber: "Wir stehen weiterhin bereit, unseren Plan für Re-Elektrifizierung des Irak umzusetzen."

mmm/rtr

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