Automobilindustrie Sigmar Gabriel verzichtet auf VDA-Vorsitz

Es ist einer der einflussreichsten Posten in der Automobilindustrie: Vorsitzender des VDA. Ex-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war dafür im Gespräch. Doch aus dem Vorhaben wird nichts.

Sigmar Gabriel (SPD) wird nicht VDA-Präsident
RONALD WITTEK/ EPA-EFE/ REX

Sigmar Gabriel (SPD) wird nicht VDA-Präsident


Sigmar Gabriel wird nicht der neue Präsident des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA). "Natürlich ist es gerade in der aktuellen Situation reizvoll und interessant, die Leitung des VDA zu übernehmen. Trotzdem kann ich nach reiflicher Überlegung und aufgrund anderer Aufgaben für dieses Amt nicht zur Verfügung stehen", teilte Gabriel dem SPIEGEL mit.

Der frühere Außen- und Wirtschaftsminister galt als einer der Favoriten auf die Nachfolge von Präsident Bernhard Mattes. "In den letzten Wochen ist mein Name öffentlich im Zusammenhang mit der Nachfolge im Amt des Präsidenten des VDA genannt worden. Ohne Zweifel ist es eine spannende und herausfordernde Aufgabe, die Automobilwirtschaft gerade in einer Zeit großer Umbrüche zu begleiten", sagte Gabriel.

Die Bedeutung dieses Teils der deutschen Industrie für den wirtschaftlichen Erfolg, die soziale Stabilität und die ökologische Nachhaltigkeit des Landes sei kaum zu überschätzen. "Ich empfinde es deshalb auch als Ausdruck großen Vertrauens, dass Vertreter dieses für Deutschland so wichtigen Industriezweiges mir die Aufgabe als Präsident des VDA zutrauen."

vme/rai



insgesamt 31 Beiträge
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kant_unbe 05.11.2019
1. ja besser so!
Für einen Sozi gehört es sich auch schlicht und ergreifend nicht sich für so eine Assi-Vereinigung zu verdingen. Aufgabe des VDA ist es doch nur, die Umweltstandards und Reglementierungen der Autoindustrie zu torpedieren und die Lasten, die die Industrie eigentlich selber tragen sollte, an die Bürger zu delegieren (z.B. Diesel-Skandal, CO2-Emission der Fahrzeuge, Entwicklungsgelder und Kaufprämie aus Steuergeldern für E-Fahrzeugentwicklung und -verkauf, etc.). Deshalb besser so, sonst ist sein Ruf komplett ruiniert. Jetzt hat er ja noch einen!
theodore96 05.11.2019
2. Respekt
Da bei spon in der Regel bevorzugt Häme und Missgunst über unseren Politikern ausgeschüttet wird, möchte ich heute mal ein Gegengewicht setzten und meinen ausdrücklichen Respekt für S. Gabriels Verzicht bekunden. Sich so einen Posten entgehen zu lassen, setzt für mich ein Ausrufezeichen.
andree_nalin 05.11.2019
3. Was soll das Rumgeeiere und die huldvollen
Worte für die deutsche Autoindustrie ? Mit dieser Branche verbindet der deutsche Durchschnittsverdiener Lug und Trug. Aber halt, Gabriel wird eine besondere Nähe zur Autoindustrie nachgesagt. Wie dem auch sei, da möchte wohl Gabriel doch nicht den Schröder machen. Schau'n wir mal, was der Umtriebige jetzt so vorhat.
numbat3 05.11.2019
4. Ob...
... Zick-Zack-Siggi da der Richtige gewesen wäre, das sei mal dahingestellt. Ich denke, dass ihm verdeutlicht wurde, dass es mit diesem Posten wohl nichts wird, und dann verzichtet man von selber. Gut gemacht. Der Mann wäre dort auch für Teile der Bevölkerung nicht tragbar gewesen. Erst Andrea Nahles aus dem Parteivorsitz (mit) wegmobben, über die Medien auch noch, und dann in so eine Position aufsteigen. Das wäre nicht lange gut gegangen. Zudem ist er zu sprunghaft gewesen in seiner politischen Laufbahn. Schon die Niedersachsen haben ihn nicht mehr haben wollen und haben ihn aus dem Amt des MP abgewählt.
motoko_kusanagi 05.11.2019
5. Immerhin hat er mit dieser Entscheidung
seiner Partei noch einen hilfreichen Dienst erwiesen. Jedoch soll man den Tag nicht vor den Abend loben - wer weiss, welcher Job da noch um die Ecke naht... Aber er ist ja noch Vorsitzender der Atlantik-Brücke und da hat er ja als Lobbyist für die deutsch-amerikanische Freundschaft in der Trump-Ära genügend zu tun.
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