Förderdeckel für große Dachanlagen Regierung bremst Solar-Ausbau

Ein Wachstumssegment der Solarbranche wird zurechtgestutzt. Nach SPIEGEL-Informationen will die Regierung die Förderung für größere Dachanlagen bis Ende 2022 strikt begrenzen.
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Auf dem 17.000 Quadratmeter großen Dach einer Fahrzeughalle des städtischen Abfallentsorgers ASR in Chemnitz Solarmodule werden Solarmodule montiert. 

Foto: Z5446 Wolfgang Thieme/ dpa

Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland wird in Teilen erschwert. Bei größeren Dachanlagen will die Regierung in den kommenden zwei Jahren nur jeweils 250 Megawatt an Neuinstallationen fördern. Das entspricht einem Drittel des Ausbaus von 2019 und liegt deutlich unter dem Durchschnittswert des gesamten Jahrzehnts, wie aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer hervorgeht.

Die betroffenen Anlagen haben eine Leistung von 500 bis 750 Kilowattpeak. Sie werden oft auf Dächern von Bürogebäuden oder Supermärkten montiert. Das Ministerium argumentiert, es gehe darum, Kosten zu reduzieren: Firmen ersteigern die Förderung für ihre Projekte. Wer den niedrigsten Fördersatz fordert, erhält den Zuschlag. Durch die Verknappung der Megawattmengen erhofft sich der Staat größeren Wettbewerb um die Projekte und damit weniger staatliche Zuschüsse. Ab 2023 sollen die Fördermengen dann wieder auf 300 und ab 2025 auf 350 Megawatt steigen.

Krischer widerspricht dem Ministerium. "Die Begründung mit der Kostenersparnis zieht nicht", sagt er. Es gebe schon jetzt eine jährliche Absenkung bei der Vergütung – ganz ohne Ausschreibungen. "Wirtschaftsminister Altmaier tritt ohne Not das zarte Wachstumspflänzchen bei den großen Dachanlagen platt", sagt Krischer.