Sozialabgaben Rentenbeitrag sinkt ab 2012 auf 19,6 Prozent

Ab dem kommenden Jahr werden Beschäftigte und Arbeitgeber entlastet. Der Beitrag zur Rentenversicherung sinkt nach einem Beschluss des Bundeskabinetts von 19,9 auf 19,6 Prozent - und damit stärker als ursprünglich erwartet.

Ruheständler: Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sinken deutlich
dapd

Ruheständler: Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sinken deutlich


Berlin - Die positive Lage am Arbeitsmarkt macht sich ab dem kommenden Jahr auch auf der Lohnabrechnung bemerkbar: Die Regierung hat beschlossen, den Beitragssatz in der Rentenversicherung von 19,9 auf 19,6 Prozent zu senken. Die Ermäßigung soll Anfang 2012 wirksam werden und Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen zugutekommen.

Grund für die Beitragssenkung ist die gute finanzielle Entwicklung in der Rentenversicherung. Die Rücklagen der Rentenkasse dürften 2012 den Wert von eineinhalb Monatsausgaben übersteigen - wenn diese Schwelle überschritten wird, erfolgt in der Regel eine Senkung der Beiträge.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber können damit im nächsten Jahr auf eine Entlastung von jeweils zusammengefasst 1,3 Milliarden Euro hoffen. Einem Durchschnittsverdiener mit einem Einkommen von 2500 Euro bringen die geringeren Beiträge eine Entlastung von 3,75 Euro im Monat.

Allerdings werden Gutverdiener im Westen mit einem Einkommen von mehr als 5600 Euro monatlich nicht unmittelbar von der Senkung des Beitragssatzes profitieren. Sie müssen wegen der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze im kommenden Jahr sogar geringfügig mehr in die Rentenversicherung einzahlen.

Zugleich zeichnet sich auch für die Rentner eine bessere finanzielle Situation ab. Sie können zur Mitte des kommenden Jahres auf eine deutliche Erhöhung der Rente von 2,3 Prozent im Westen und 3,2 Prozent im Osten hoffen.

fdi/dpa/dapd



insgesamt 16 Beiträge
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muehle79 16.11.2011
1. Aha.
Leistung muss sich wieder lohnen. Da ist das Geschenk, was der FDP wieder zu neuen Höhenflügen verhelfen wird. Fragt sich nur noch, wie ein sinkendes Rentenniveau (real, nicht prozentual) und immer mehr Menschen, die das Rentenalter gar nicht mehr in sozialversicherungspflichtiger Beschäfigung erreichen zu einem Überschuß in der Rentenkasse führen? Außerdem verstehe ich immer noch nicht, weshalb man nicht "Mehreinnahmen", die dadurch entstehen, dass die Konjunktur nicht ganz so schlimm einbricht wie in den schwärzesten Prognosen nicht erstmal zur Schuldentilgung einsetzt, sondern sofort wieder raushauen muss?
Uwe650 16.11.2011
2. Senkung oder Steigerung ?
Zitat von sysopAb dem kommenden Jahr werden Beschäftigte und Arbeitgeber entlastet. Der Beitrag zur Rentenversicherung sinkt nach einem Beschluss des Bundeskabinetts von 19,9 auf 19,6 Prozent - und damit stärker als ursprünglich erwartet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,798123,00.html
Und wenn die Einnahmen nicht mehr reichen, wird der Beitrag erhöht, aber gleich um 0,6 % für die Arbeitnehmer, die Arbeitgeber werden aus der Sozialpartnerschaft entlassen, genau wie bei der Krankenkasse. Und was noch icht klar ist, welche Ausgaben den Arbeitnehmer in anderen Bereichen erwarten, vermutlich mindestens das doppelte vom eingesparten Rentenbeitrag. Das ist doch alles Augenwischerei und vorgezogenes Wahlkampfgeplänkel. Genauso wie auch der Mindestlohn, das wir nix zählbares bei rumkommen, nur wird es danach keinen sittenwidrig nierigen Lohn mehr geben, weil der von der Politik festgelegt wurde. Prima, warum eigentlich wird mein Gehalt noch auf mein Konto überwiesen und nicht direkt nach Berlin ? Von dort könnte man mir dann ja zuteilen, was die Politik meint, was meine Bedürfnisse decken sollte. Den Rest dann bitte als Spende wahlwweise an die Deutsche Bank, HRE, Commerzbank oder für den Pensionsfonds der ehemaligen Bundestagsabgeordneten.
rainer_stuss 16.11.2011
3. Ui!
NA ganz toll. Werden also ganze 0,3% weniger auf diese Art von meinem Lohn gestohlen und verbrannt. Die werden mir woanders zwar wieder abgenommen, aber auch egal. Ich WILL meine Rente selber regeln. Ich will nicht gezwungen werden Geld in eine Kasse einzuzahlen, die für etwas anderes missbraucht wird. Wo von vorne hinein klar ist, dass ich das Geld nicht mehr wiedersehe, oder wenn ich doch noch Rente bekomme, dann halt nur noch einen Teil davon... Da hab ich mich neulich erst wieder drüber aufgeregt. Bleibt mein Gehalt auf dem Niveau, sind das knapp 250k, die mir gestohlen werden. Davon könnte ich mir ein eigenes zu Hause bauen oder es anderweitig investieren, ohne nachher jemandem zu Last zu fallen. EKELHAFT!
MichaelFischer, 16.11.2011
4. Ja, ne, is klar
das ist die logische Konsequenz, wenn die Renten gleichzeitig gekürzt werden, durch Anhebung des Renteneintrittsalters und unserer derzeitiger Zuschuss an die Rentenkasen i.H.v. 80,9 Mrd., sich noch erhöhhen soll. www.bild.de/politik/2010/rentenversicherung/rentenversicherung-streit-um-rente-mit-67-geht-weiter-13633280.bild.html Woher werden sie das Geld dafür wohl bekommen?
Wigers7 16.11.2011
5. 3,75 Euro.
Das ist wirklich eine sehr "deutliche" Senkung.
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