Anleiheauktion Spanien bekommt frisches Geld für höhere Zinsen

Die Auktion wurde mit Spannung erwartet, das Ergebnis ist durchwachsen: Trotz Sorgen um seine wirtschaftliche Lage hat sich Spanien erfolgreich Geld geliehen. Allerdings musste das Land dafür erneut höhere Zinsen bieten.

Euro-Symbol vor spanischer Flagge in Brüssel: Hohe Nachfrage, aber auch hohe Rendite
dapd

Euro-Symbol vor spanischer Flagge in Brüssel: Hohe Nachfrage, aber auch hohe Rendite


Madrid - Spanien bekommt noch Geld geliehen, das ist die gute Nachricht einer Anleiheauktion am Donnerstag. Das Land sammelte am Donnerstag rund 2,1 Milliarden Euro ein und übertraf damit das Ziel von zwei Milliarden Euro leicht. Die Nachfrage der Investoren überstieg das Angebot deutlich.

Allerdings stieg erneut auch der Zinssatz, den Spanien für die frischen Milliarden zahlen musste. Die durchschnittliche Rendite für zehnjährige Anleihen erhöhte sich von 5,74 auf 6,04 Prozent. Auch die Renditen für Papiere mit einer Laufzeit bis 2014 und 2016 kletterten um rund einen Prozentpunkt im Vergleich zu früheren Emissionen. Die Auktion der zehnjährigen Papiere war 3,3fach überzeichnet, bei der letzten Auktion überstieg die Nachfrage das Angebot dagegen nur um das 2,4fache.

Händler bezeichneten die Versteigerung mit Verweis auf die hohe Nachfrage als Erfolg. Schließlich hatte Spaniens Finanzminister erst Anfang der Woche mit einer Warnung für Aufsehen gesorgt. Cristóbal Montoro sagte, dass für Spanien beim derzeitigen Zinsniveau die "Tür zum Markt geschlossen" sei.

Spanien macht derzeit vor allem sein angeschlagener Bankensektor zu schaffen. Bislang wehrt sich das Land aber vehement gegen Forderungen, es solle Finanzhilfen seiner Euro-Partner in Anspruch nehmen.

Die Finanzmärkte reagierten verhalten auf die Ergebnisse: Am Sekundärmarkt, wo bereits versteigerte Staatsanleihen gehandelt werden, bewegten sich die Renditen für spanische Papiere im richtungweisenden zehnjährigen Laufzeitbereich kaum. Zuletzt wurden sie bei 6,106 Prozent notiert. Auch am Devisenmarkt wurde die Auktion mehr oder weniger teilnahmslos zur Kenntnis genommen.

Frankreichs Rendite sinkt

Im Gegensatz zu Spanien konnte sich Frankreich am Donnerstag zu günstigeren Bedingungen refinanzieren. Die Rendite für zehnjährige Anleihen lag bei 2,45 Prozent und damit niedriger als bei der letzten vergleichbaren Auktion Anfang Mai (2,96 Prozent). Die zehnjährigen Papiere waren 2,02fach überzeichnet. Insgesamt nahm das Land 7,836 Milliarden Euro auf und verfehlte damit das Maximalziel von 8,0 Milliarden Euro nur knapp. Die Papiere waren rund zweifach überzeichnet. Zuletzt waren die Renditen für französische Anleihen auch am Sekundärmarkt deutlich gesunken.

dab/dpa/Reuters

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marthaimschnee 07.06.2012
1.
Zitat von sysopdapdDie Auktion wurde mit Spannung erwartet, das Ergebnis ist durchwachsen: Trotz Sorgen um seine wirtschaftliche Lage hat sich Spanien erfolgreich Geld geliehen. Allerdings musste das Land dafür erneut höhere Zinsen bieten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,837503,00.html
Also irgendwie klingt diese ganze sogenannte Krise inzwischen wie reine Preistreiberei - zulasten all jener, die bisher auf staatliche Leistungen angewiesen sind und nur, um die Reichen noch reicher zu machen!
mwroer 07.06.2012
2. optional
Gekauft werden die Papiere so massiv weil schon vor der Auktion klar war das Spanien Geld aus der EU bekommt wenn notwendig. Sonst hätte es keine 3,3 fache Überzeichnung gegeben.
heavenstown 07.06.2012
3. Geld regiert die Welt....
Die großen Fonds und Investoren verdienen damit auf Kosten der einfachen Leute..., auch die Bankenrettung macht die Investoren nur reicher...
Brennstoff 07.06.2012
4. 2,1 Mrd. Refinanzierung ist im Verhältnis nicht viel.
Zitat von sysopdapdDie Auktion wurde mit Spannung erwartet, das Ergebnis ist durchwachsen: Trotz Sorgen um seine wirtschaftliche Lage hat sich Spanien erfolgreich Geld geliehen. Allerdings musste das Land dafür erneut höhere Zinsen bieten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,837503,00.html
Trotzdem staune ich, das es sogar mit Überzeichnung bei relativ moderater Zinnsentwicklung geklappt hat. Sowas, hätte ich nicht gedacht! ;o) Das Daumendrücken hat vielleicht geholfen. Aber vielleicht wissen die Zeichner der Anleihen etwas, was ich nicht weiß. Es werden ja immer weniger Zahlen veröffentlicht, an denen man sich orientieren kann.
rolforolfo 07.06.2012
5. Staaten schulden den Reichen Geld
..im Prinzip leihen sich Völker / Volkswirtschaften / Staaten Geld bei Anlegern. Natürlich ist auch der "kleine Mann" als Anleger mal dabei, aber die reichen Leute können natürlich viel mehr Staatsanleihen kaufen sprich: den Staaten Geld leihen. Also leihen die Völker ihr Geld von denjenigen, denen sie -die Völker und Staaten- selbst zu Reichtum und Wohlstand verholfen haben ....-und stöhnen unter der Last der Zinsen.. Also hole man es sich einfach zurück von Ebendenselben, alles private Eigentum über -sagen wir 5 MIllionen Euro- wird enteignet und fällt dem Staat zu. Es braucht auch kein Mensch so viel.... Wie gut ist diese Idee???
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