Euro-Krise Spaniens Schulden erreichen Rekordhöhe

Spanien spart - doch die Schulden des Staates erreichen immer neue Höchststände. Von Januar bis März stiegen sie auf 923 Milliarden Euro. Das Defizitziel der Regierung in Madrid für das gesamte Jahr 2013 ist damit kaum noch zu erreichen.

Als Clown verkleideter Bettler in Madrid (2012): Das Land hat Rekordschulden
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Als Clown verkleideter Bettler in Madrid (2012): Das Land hat Rekordschulden


Madrid - Vor fünf Jahren hatte Spanien noch Schulden in Höhe von 40 Prozent seiner Wirtschaftsleistung - bis Ende März 2013 hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt, Tendenz weiter steigend: Die Verbindlichkeiten des Landes türmten sich Ende des ersten Quartals zu einem Rekordstand von 923 Milliarden Euro auf, wie die spanische Zentralbank mitteilte. Das sind 88,2 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Damit droht die Regierung in Madrid ihr Konsolidierungsziel für das Gesamtjahr 2013 zu reißen. Sie peilt für die Schulden zum Jahresende eine Obergrenze von 91,4 Prozent an. Gemessen an den jüngsten Steigerungsraten dürfte das schwierig werden: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhten sich die Schulden von Januar bis März um 19,1 Prozent und im Vergleich zum letzten Quartal 2012 um 4,4 Prozent.

Damit liegt Spanien zwar noch weit unter dem Durchschnitt der Euro-Zone, weil es in Staaten wie Griechenland, Portugal, Italien und Zypern noch düsterer aussieht. Im Vergleich aller EU-Länder allerdings - also inklusive der Mitgliedstaaten, die die Gemeinschaftswährung nicht eingeführt haben - ist Spanien inzwischen überdurchschnittlich verschuldet. Erlaubt sind nach den EU-Spielregeln eigentlich maximal 60 Prozent.

S&P droht mit Bonitätsnote im Ramsch-Bereich

Grund für die rapide Entwicklung ist außer dem harten Sparkurs der Regierung auch die schwache Konjunktur. Spanien erlebt derzeit sein zweites Rezessionsjahr in Folge. Die Wirtschaft schrumpft nach Schätzung der EU-Kommission 2013 um 1,5 Prozent. 2014 dürfte sie sich demnach leicht erholen und um 0,6 Prozent wachsen.

Dem Land drohen in seiner prekären Lage zudem noch höhere Kreditzinsen - denn die Rating-Agentur Standard & Poor's erwägt weiterhin, Spaniens Bonität herabzustufen. Der Ausblick für das Land sei nach wie vor negativ, teilte die Agentur mit. Die Anleihen würden nach einem solchen Schritt mit einer Ramsch-Note bewertet, der spekulative Anlagen kennzeichnet.

Als Begründung für die skeptische Haltung führte S&P die Gefahr an, der politische Reformwille der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy könnte erlahmen. Außerdem sei nicht nur der Staat, sondern auch die spanische Wirtschaft hoch verschuldet.

fdi/Reuters/dpa



insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
v.papschke 14.06.2013
1. Was soll man dazu sagen?
mich wundert, woher die Euro-Retter ihren Optimismus nehmen, den sie ständig verbreiten.
yovanka 14.06.2013
2. Unsinn...
Zitat von sysopDPASpanien spart - doch die Schulden des Staates erreichen immer neue Höchststände. Von Januar bis März stiegen sie auf 923 Milliarden Euro. Das Defizitziel der Regierung in Madrid für das gesamte Jahr 2013 ist damit kaum noch zu erreichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-schuldenstand-erreicht-im-ersten-quartal-neue-rekordhoehe-a-905765.html
"Spanien ist auf einem guten Weg" (Schäuble)
bremen-pit 14.06.2013
3. Wird's jetzt eng für die Flutopfer?
immerhin hat Mutti-Alternativlos wieder etwas Europäisches zu retten.
mischamai 14.06.2013
4. Schäuble lacht schon
Alles kein Problem,wir sind doch ein vereintes Europa und Schäuble hat sein Scheckbuch sicher schon bei Seite....
fsiggi2 14.06.2013
5. Spanien spart?
Wo denn? Spanien gibt weit mehr Geld aus als es einnimmt. Von Sparen kann daher keine Rede sein. Spanien hält nicht einmal die Defizitkriterien ein.
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