Längere Lebensarbeitszeit SPD nennt CDU-Vorschlag eine "Rentenkürzung" für Geringverdiener

Die Menschen in Deutschland werden immer älter, deshalb sollten sie auch länger arbeiten - für diesen Vorschlag erntet die CDU heftige Kritik vom Koalitionspartner.
Ruheständler auf einer Bank

Ruheständler auf einer Bank

Foto: ERIC GAILLARD/ REUTERS

Von den Sozialdemokraten kommt heftige Kritik an dem Rentenvorstoß der CDU, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln: Der sei für Geringverdiener eine Rentenkürzung, kritisiert die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Kerstin Tack. "Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters wird es mit uns nicht geben." Menschen mit niedrigem Einkommen hätten eine niedrigere Lebenserwartung als Wohlhabende. "Gerade Menschen mit niedrigem Einkommen würde so weniger Zeit im wohlverdienten Ruhestand bleiben", sagte Tack.

Die CDU will außerdem, dass für Geringverdiener höhere Rentenbeiträge fließen, um sie vor Altersarmut zu schützen. Die Grundrente könne so auf Dauer auslaufen, schrieb die Arbeitsgruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in einem Positionspapier. Die Unionsexperten wollen damit die Arbeit der Rentenkommission der Regierung begleiten.

Doch Tack hält dagegen: Trotz Reha und Prävention werde es für die, die "hart arbeiten und dabei wenig verdienen", nur schwer möglich sein, länger als bis 67 am Arbeitsleben teilzuhaben. Statt auf eine Erhöhung des Renteneintrittsalters setze die SPD auf eine Stärkung des Grundsatzes "Prävention vor Rehabilitation vor Rente und Pflege", damit ein Ruhestand in guter Gesundheit möglich werde.

Der rentenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Johannes Vogel, lehnte die vorgeschlagenen höheren Rentenbeiträge für Geringverdiener ab. "Dafür zu sorgen, dass Geringverdiener eine gute Rente bekommen, ist richtig, aber dafür müssten Union und SPD endlich über die Zukunftsfähigkeit des Rentensystems insgesamt reden und etwa die Kapitaldeckung besser machen", sagte er.

Der Vorschlag der Union sei kein dauerhaftes Instrument gegen Altersarmut. Der Kern des Problems werde immer noch nicht verstanden. "Überhaupt nur ein Prozent derjenigen, die 35 und mehr Versicherungsjahre haben, sind von Altersarmut bedroht." Vogel warb stattdessen für das FDP-Modell einer Basis-Rente, nach der ein Teil der Rente nicht auf Grundsicherung im Alter angerechnet werden soll.

Die Debatte über das Renteneintrittsalter kritisierte Vogel als "lähmend". Mit einem flexiblen Renteneintrittsalter sollten die Menschen selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen wollen.

caw/dpa