SPIEGEL-TV-Aktion Wie Ackermann an das Iren-Schwein kam

Josef Ackermann, der "Banker des Jahres", lacht sich kaputt. In der Hand hält er ein rosa Sparschwein, beklebt mit einer Irland-Fahne. Das symbolträchtige Foto ziert derzeit viele Wirtschaftsblätter - tatsächlich ist das SPIEGEL TV Magazin schuld daran.
SPIEGEL-TV-Aktion: Wie Ackermann an das Iren-Schwein kam

SPIEGEL-TV-Aktion: Wie Ackermann an das Iren-Schwein kam

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Irland hat es nicht leicht in diesen Tagen. Zig Milliarden Euro braucht das EU-Land. Kurzfristig. Sonst ist es pleite und fällt womöglich einem Hedgefonds in die Hände. Oder, noch schlimmer, wird von England übernommen. Das will natürlich auch Botschafter Daniel Mulhall verhindern. Er steht fest zu seiner Heimat, wie es sich für einen stolzen Iren gehört: "Wir müssen die momentanen Probleme lösen", verrät er am Rande eines Bankenkongresses nicht ganz überraschend.

SPIEGEL TV will da nicht abseits stehen und tritt an, den Iren zu helfen. Mit einem Sparschwein bewaffnet ziehen wir los, um da zu sammeln, wo man Geld hat: bei deutschen Banken. Wie praktisch, dass die Crème de la Crème der deutschen Bankenelite in Frankfurt am Main beim Branchentreff "Euro Finance Week" versammelt ist. Die Tageskarte für den Kongress kostet 800 Euro. Inklusive Mehrwertsteuer.

So richtig zünden will die Idee mit dem Sparschwein und unserem Solidaritätsappell jedoch nicht. "Wir haben kein Mitleid mit Irland", blafft uns eine Dame im kleinen Roten an. Bundesbankchef Axel Weber würdigt uns keines Blickes, immerhin erntet das Schwein ein müdes Lächeln. Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer versteht das Problem nicht, und Hilmar Kopper - das ist der mit der HSH und dem Problembanker Nonnenmacher - will auch nichts geben. Kein Soli für Irland. Doch dann stoßen wir auf einen Vertreter der DZ-Bank. Es entspinnt sich folgender Dialog:

Banker: "Das macht doch Europa! Ich geh davon aus, dass das reicht."
Reporter: "Oh, die DZ-Bank gibt sich knauserig."

Das will der Banker wiederum nicht auf sich sitzen lassen und spendet zehn Euro. Bravo! Gelebte Solidarität, wenn auch auf ganz niedrigem Niveau. Josef Ackermann, "Banker des Jahres" und Vertreter der Deutschen Bank, hatte für Irland hingegen nur 50 Cent übrig. Was wohl auch der Grund dafür ist, dass die Deutsche Bank so hohe Gewinne einfährt. Und höhere Gewinne verheißen höhere Boni.

Das Resultat der Sammelaktion ist an diesem Sonntagabend bei SPIEGEL TV Magazin zu sehen - ab 22.10 Uhr bei RTL.