Norwegen Chinese plant Luxusresort auf Spitzbergen

Ein Immobilienunternehmer aus China will mehr als 200 Quadratkilometer auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen kaufen. Huang Nubo plant dort ein Urlaubsresort für Reiche.

Panorama auf Spitzbergen: Vier Millionen für 216 Quadratkilometer
Corbis

Panorama auf Spitzbergen: Vier Millionen für 216 Quadratkilometer


Stavanger - Das Land gehört einer wohlhabenden norwegischen Familie und steht seit Jahren zum Verkauf - jetzt gibt es einen Interessenten. Der chinesische Immobilienunternehmer Huang Nubo plant, auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen ein Luxusresort zu errichten. Huang sagte dem norwegischen Rundfunksender NRK, er wolle umgerechnet mehr als vier Millionen Dollar für das 216 Quadratkilometer große Grundstück bieten.

Mit spektakulären Aussichten auf Fjorde, Gletscher und Eisbären zieht Spitzbergen Kreuzfahrtpassagiere und andere wohlhabende Gäste an. Das chinesische Interesse an der Arktis-Region wächst, seit sich dort durch die Eisschmelze neue Handelsrouten öffnen. Zumindest gegenüber NRK zeigte Huang allerdings keine besonders guten Kenntnisse der Region. "Ich wusste nicht, dass es dort so viel Eis gibt", zitierte ihn der Sender.

Möglicherweise ist Huang aber auch zurückhaltend, weil er mit einem ganz ähnlichen Vorhaben erst vor wenigen Jahren scheiterte: Im Jahr 2011 wollte der Investor rund 300 Quadratkilometer auf Island kaufen, um dort ein Tourismus- und Golfresort zu errichten. Damals wurden Sorgen laut, hinter der Investition könnten geostrategische Interessen Chinas stecken. Der zuständige Innenminister Ögmundur Jónasson lehnte den Deal gegen den Willen seiner Kabinettskollegen ab, weil dieser gegen die Investitionsregeln für nicht-europäische Unternehmen verstoße und einen "gefährlichen Präzedenzfall" schaffen könne.

dab/AP



insgesamt 19 Beiträge
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irrenderstreiter 16.05.2014
1. optional
Auf einen "216 Quadratmeter " großen Grundstück dürfen sich die Reichen gerne drängeln...ansonsten kann ich für die empfindliche Natur nur hoffen, dass aus dieser Idee nichts wird. Die Inselgruppe heißt im Übrigen Svalbard, Spitsbergen ist die Hauptinsel.
sponner_hoch2 16.05.2014
2.
Zitat von irrenderstreiterAuf einen "216 Quadratmeter " großen Grundstück dürfen sich die Reichen gerne drängeln...ansonsten kann ich für die empfindliche Natur nur hoffen, dass aus dieser Idee nichts wird. Die Inselgruppe heißt im Übrigen Svalbard, Spitsbergen ist die Hauptinsel.
Ja, das dachte ich mir auch. In anderen Luxusressorts ist das ja eher die Größe einer einzelnen Suite... :-)
die80er 16.05.2014
3. naja
wenn er sich mit 49% Anteil zufrieden gibt und die restlichen 51% einem Norweger gehören (was anderes ist es in China ja auch nicht erlaubt) kann er es ja kaufen ;-)
Hardanger 16.05.2014
4. Tourismus ist Schmarrn - Chinas Zugang zu Nordpassage ist wichtig
China will Zugang zur Nordostpassage. Und wenn es erst mal Land in Norwegen besitzt kann es auch einen Hafen durchdrücken. Ich lebe selbst in Norwegen und dieses Thema ist in allen Medien hier. Es ist echt ein Problem. Letzte Woche war der Dalai Lama hier und die Regierung hat ihn auf Druck Chinas nicht begrüsst. Sollte China hier Land besitzen könnten die echt Druck machen um hier einen eigenen Hafen aufzubauen.
Stefan_G 16.05.2014
5. Ja und nein
Zitat von irrenderstreiterAuf einen "216 Quadratmeter " großen Grundstück dürfen sich die Reichen gerne drängeln...ansonsten kann ich für die empfindliche Natur nur hoffen, dass aus dieser Idee nichts wird. Die Inselgruppe heißt im Übrigen Svalbard, Spitsbergen ist die Hauptinsel.
Svalbard heißt in Norwegen erst seit 1920 Svalbard, davor hieß es (wie die Hauptinsel) Spitsbergen. Svalbard heißt in Deutschland nach wie vor Spitzbergen, genau wie dessen Hauptinsel. An sich kein Problem also, schließlich heißt Norwegen in Norwegen auch nicht Norwegen ;-)
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