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21. Oktober 2010, 09:13 Uhr

Spitzelaffäre

Landesregierung will Antworten von Nonnenmacher

Der umstrittene HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher verliert den Rückhalt in der schleswig-holsteinischen Landesregierung. Wirtschaftsminister Jost de Jager fordert bis Freitag Antworten auf einen ganzen Fragenkatalog zu den Spitzelvorwürfen.

Hamburg - Der Vorstandschef der HSH-Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, muss um sein Amt fürchten. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" will die Regierung Schleswig-Holsteins von ihm bis Freitag Antworten zu den Spitzelvorwürfen. Am Mittwoch habe der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) den 47-Jährigen in einem Brief aufgefordert, bis Freitagnachmittag einen Fragenkatalog zu beantworten. Hintergrund seien Informationen, nach denen die von Nonnenmacher beauftragte Detektei Prevent de Jagers Amtsvorgänger bespitzelt oder zumindest bei Auftritten beobachtet haben soll.

Schleswig-Holstein und Hamburg sind die Haupteigner der Bank. Es bestehe die Möglichkeit, dass das Vertrauensverhältnis zu Nonnenmacher irreparabel zerstört sei, erfuhr die "FTD" in Kieler Regierungskreisen. Ein Ministeriumssprecher bestätigte die Existenz des Briefes, machte aber keine weiteren Angaben. Der Sprecher Nonnenmachers war nicht zu erreichen.

Das Ultimatum de Jagers ist für den umstrittenen HSH-Chef die bislang größte Gefahr für seinen Verbleib im Amt. Zwar steht er bereits seit Monaten in der Kritik, weil er seine ehemaligen Spitzenmanager Frank Roth und Roland K. mithilfe unsauberer Methoden aus ihren Ämtern gedrängt haben soll. Dabei spielt jeweils auch die Detektei Prevent eine Rolle. HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper hat sich bislang immer demonstrativ vor Nonnenmacher gestellt und sogar seinen eigenen Verbleib im Amt mit der Weiterbeschäftigung des habilitierten Mathematikers verknüpft.

De Jager platzte mit seinem Fragenkatalog am Mittwoch in die Sitzung des Präsidialausschusses, der die turnusgemäße Aufsichtsratssitzung am Donnerstag vorbereitete. Nonnenmacher und Kopper verließen die Sitzung, um mit de Jager zu telefonieren, wie es hieß.

mik

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