Plus von zehntausend Staat baut mehr Sozialwohnungen

Die Politik legt wieder mehr Wert auf sozialen Wohnungsbau, das macht sich nun bemerkbar. Im Jahr 2016 entstanden rund 10.000 Sozialwohnungen mehr als im Vorjahr. Mit Abstand am größten ist der Zuwachs in NRW.

Sozialwohnungen in Frankfurt am Main
DPA

Sozialwohnungen in Frankfurt am Main


Die Zahl neuer Sozialwohnungen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Bundesweit wurden insgesamt 24.550 solcher Wohnungen errichtet - rund 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Das berichtet die "Rheinische Post" aus einem Bericht des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau- und Wohnungswesen von Bund und Ländern. Nordrhein-Westfalen war demnach mit 9301 neu gebauten Sozialwohnungen mit Abstand Spitzenreiter im Ländervergleich. Auf Platz zwei und drei folgten Bayern und Berlin.

Dem Bericht zufolge setzten Bund und Länder 2016 für die soziale Wohnraumförderung 3,4 Milliarden Euro ein - über eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Insgesamt erhielten damit 61.832 Wohnungen eine Förderung, ein Plus von 20 Prozent. Neben dem Neubau wurden unter anderem auch Modernisierungen finanziert.

Insgesamt ist die Zahl der Sozialwohnungen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Viele Kommunen privatisierten ihre Immobilien, Investoren scheuen zudem die niedrigeren Renditen von Sozialwohnungen. Zuletzt hatte der Bund seine Mittel jedoch deutlich erhöht - auch um auf die gestiegene Wohnungsnot infolge der Flüchtlingskrise zu reagieren.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte der "Rheinischen Post": "Durch die Erhöhung der Bundesmittel haben wir eine Trendwende beim sozialen Wohnungsbau geschafft." Einige Länder seien schnell aufgewacht und hätten umgesteuert, andere müssten noch mehr tun.

Sozialwohnungen werden in Deutschland in der Regel von kommunalen Wohnungsunternehmen, Genossenschaften oder privaten Investoren gebaut. Diese bekommen gute Darlehensbedingungen oder einen Zuschuss. Dafür sind die Wohnungen dann mietpreisgebunden, also relativ günstig. Sie dürfen nur an einen bestimmten Personenkreis vermietet werden, etwa Geringverdiener.

dab/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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michelinmännchen 12.05.2017
1. Das ist nur logisch
denn die Zuziehenden und bereits Zugezogenen benötigen Wohnraum. Eigentlich keine Meldung wert.
mettwurstlolli 12.05.2017
2. Unsinn
Sozialer Wohnungsbau ist Geldverschwendung in gigantischem Ausmaß. Totale Fehlsubvention. Stattdessen sollte man lieber Mietzuschüsse an die zahlen, die sich Marktmieten nicht leisten können und die staatliche Hilfe wirklich brauchen. Dann kann man es vom Einkommen abhängig machen. Im sozialen Wohnungsbau wird nie wieder ein Einkommensnachweis gefordert, wenn man einmal drin ist. Die Folge: Fehlbelegungen in der Größenordnung von 40% !
isar56 12.05.2017
3.
Zitat von michelinmännchendenn die Zuziehenden und bereits Zugezogenen benötigen Wohnraum. Eigentlich keine Meldung wert.
deshalb ein Tropfen auf dem heißen Stein und dem Wahlkampf geschuldet. Diese Wohnungen genügen nicht einmal annähernd um die Zuzügler unter zu bringen. Zudem verschwinden immer mehr Grünflächen. Allerdings berichtete mir die Vorgesetzte eines Integrationsteams, die bayerische Staatskanzlei habe eine Kündigung der Mietverträge für Flüchtlingswohnungen angeordnet und den Rückwärtsgang in Sammelunterkünfte. Kein hochbezahlter Angestellter kann sich solch einen Pfusch erlauben .... naja, Manager mal ausgeschlossen. Da gibts Abfindungen für Pleiten und verlorene Arbeitsplätze. Aber, " das ist ein weites Feld."
wasistlosnix 12.05.2017
4. Sozialer Wohnungsbau
das klingt wie Aufbau von No-Go Areas. Es ist eigentlich ein Armutszeugnis wenn Deutschland an vorletzter Stelle beim Immobilienbesitz in Europa steht. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155734/umfrage/wohneigentumsquoten-in-europa/ Aber umso reicher die Länder umso weniger Immobilienbesitz und umso Ärmer die Länder umso weniger der Bedarf für sozialen Wohnungsbau.
e-matt 12.05.2017
5. Gut so! Wir brauchen deutlich mehr bezahlbare Wohnungen ...
@mettwurstlolli: "Totale Fehlsubvention. Stattdessen sollte man lieber Mietzuschüsse an die zahlen, die sich Marktmieten nicht leisten können ...", das bedeutet, dass noch mehr Mieter um günstige Wohnungen konkurrieren und die Mietpreis noch stärker angehoben werden können. Tolle Idee ! Das Wohnangebot ist momentan einfach viel zu klein und wir brauchen deutlich mehr bezahlbare Wohnungen. Dann gehen die Mietpreise auch wieder runter, da kein Vermieter seine Wohnung gerne leer stehen lässt.
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