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21. Oktober 2013, 06:56 Uhr

Plus von 7,8 Prozent

Staat nimmt deutlich mehr Steuern ein

Deutliches Plus bei den Steuereinnahmen: Bürger und Unternehmen haben im September knapp 55 Milliarden Euro an den Fiskus gezahlt, 7,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bund und Länder können auf mehr Geld hoffen als bislang erwartet.

Berlin - Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind nach einem kurzen Dämpfer wieder kräftig gestiegen. Der Fiskus sammelte nach Angaben des Bundesfinanzministeriums im September 54,7 Milliarden Euro ein und damit 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach neun Monaten hat der Staat bereits 416,4 Milliarden Euro eingenommen - 3,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum 2012.

Setzt sich diese positive Entwicklung fort, dürfte der Staat die Jahresprognose von 2,5 Prozent übertreffen. Laut "Handelsblatt" erwarten Steuerschätzer bereits, dass die Prognose Anfang November um einige Milliarden Euro nach oben korrigiert wird. Im August hatten die Steuereinnahmen noch unter einer Reihe von Sondereffekten gelitten, darunter höhere Abführungen an die EU. Es war das erste Minus seit Mai 2012.

Plus bei Lohn- und Körperschaftsteuer

Dem Ministerium zufolge ging der Zuwachs im September vor allem auf die gestiegenen Einnahmen aus der Lohnsteuer (plus 6,1 Prozent), der veranlagten Einkommensteuer (plus 9,2 Prozent) und der Körperschaftsteuer (plus 93,6 Prozent) zurück. Dass sich die Einkünfte aus der Körperschaftsteuer nahezu verdoppelten, geht nach Angaben der Beamten auf einen statistischen Effekt zurück, weil die Vergleichsbasis September 2012 extrem niedrig war.

Die Steuereinnahmen gelten als wichtiges Indiz für die Konjunktur, können aber von Monat zu Monat stark schwanken. Das Finanzministerium erwartet, dass die deutsche Wirtschaft weiter wächst. Die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen deutscher Produzenten wachse, heißt es im neuen Monatsbericht. Entsprechend verbessere sich auch die Stimmung in der Industrie.

Auch der private Konsum dürfte zunehmen, angesichts der steigenden Beschäftigung und damit einhergehender Einkommensverbesserungen. Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen. Ökonomen rechnen für das Sommerquartal mit einem Plus von 0,3 Prozent.

cte/Reuters

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