Unterhaltsvorschuss Staat streckt Geld für 800.000 Kinder vor

Wenn Vater oder Mutter keinen Unterhalt zahlen, springt der Staat oft ein. Seit 2017 hat sich die Zahl der betroffenen Kinder fast verdoppelt.

Staat muss öfter einspringen: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) beim Besuch einer Kindertagesstätte (Archivfoto)
Gregor Fischer/ dpa

Staat muss öfter einspringen: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) beim Besuch einer Kindertagesstätte (Archivfoto)


Die Zahl der Trennungskinder, für die der Staat Unterhaltsvorschuss zahlt, ist deutlich gestiegen. Laut aktuellen Zahlen des Familienministeriums profitierten Ende vergangenen Jahres rund 800.000 Kinder in Deutschland vom sogenannten Unterhaltsvorschuss.

Mit der Leistung springt der Staat ein, wenn ein unterhaltspflichtiger Elternteil für sein Kind nicht zahlt oder nicht zahlen kann. Den Vorschuss zahlen die Behörden an den Elternteil, bei dem das Kind lebt und versuchen ihn dann beim anderen Elternteil wieder einzutreiben.

Nach Angaben des Familienministeriums hat sich die Zahl der Kinder, für die Unterhaltsvorschuss gezahlt wird, seit 2017 fast verdoppelt. Mit einer Gesetzesänderung wurde die Leistung damals ausgebaut. Seitdem haben Kinder unter bestimmten Voraussetzungen bis zum 18. Geburtstag Anspruch darauf, vorher gab es die Leistung nur für Kinder bis 12 Jahre.

Gezahlt werden maximal 272 Euro im Monat, je nach Alter des Kindes. Nach früheren Angaben des Ministeriums wurden 2018 insgesamt rund 2,1 Milliarden Euro an Unterhaltsvorschuss ausgezahlt. Wieder eingetrieben wurden davon aber nur etwa 270 Millionen Euro. In vielen Fällen lag das daran, dass Eltern so wenig Einkommen hatten, dass sie zu Unterhaltszahlungen gar nicht in der Lage waren.

hej/dpa



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