Festnahmen in Frankfurt Firmenhändler sollen 450 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben

Ihre Geschäfte liefen in Deutschland, doch Steuern wollten sie offenbar lieber in Zypern zahlen: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Gruppe von Firmenhändlern, die zusammen insgesamt 450 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben soll. Zwei Männer wurden festgenommen.
Frankfurter Skyline: Vergangene Woche wurden Büros und Wohnungen durchsucht

Frankfurter Skyline: Vergangene Woche wurden Büros und Wohnungen durchsucht

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Das Bundeskriminalamt und die Steuerfahndung waren mit rund hundert Beamten angerückt, um den Ring der mutmaßlichen Steuerbetrüger auszuheben. Die Ermittler durchsuchten Büros und Wohnungen in Frankfurt und Umgebung - und nahmen zwei Hauptverdächtige fest: Die beiden 51 und 54 Jahre alten Männer sollen zusammen mit Komplizen insgesamt 450 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben.

Der Einsatz fand bereits in der vergangenen Woche statt. An diesem Montag ging die Generalstaatsanwaltschaft in die Öffentlichkeit. Sie ermittle insgesamt gegen zwölf Verdächtige im Alter von 38 bis 77 Jahren wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche, teilte die hessische Anklagebehörde mit. Die Gruppe um die beiden festgenommenen Männer soll in Deutschland mit Firmenanteilen gehandelt haben. Als Geschäftssitz hatten sie aber Zypern angeben.

Damit hätten die Verdächtigen ihre Steuerpflicht in Deutschland verschleiert und fast eine halbe Milliarde Euro Körperschaftsteuer hinterzogen, wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor. Trotz der in Deutschland erzielten "erheblichen" Gewinne seien keine Steuererklärungen abgegeben worden, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Wittig. Die Männer sitzen nun in Untersuchungshaft.

Die Summe, um die es geht, ist ungewöhnlich hoch. Zum Vergleich: Der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel war 2008 spektakulär festgenommen und später verurteilt worden, weil er Steuern in Höhe von knapp einer Million Euro hinterzogen hatte.

stk/dpa/dapd
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