100 Millionen Dollar Geldauflage Staatsanwaltschaft nimmt Ecclestones Angebot an

Das Ende des Ecclestone-Verfahrens rückt näher: Die Staatsanwaltschaft akzeptiert das Angebot des Formel-1-Chefs, seinen Bestechungsprozess gegen eine Geldauflage von 100 Millionen Dollar einzustellen. Nun berät das Gericht.

Ecclestone im Münchner Gericht: Staatsanwaltschaft akzeptiert Angebot.
REUTERS

Ecclestone im Münchner Gericht: Staatsanwaltschaft akzeptiert Angebot.


München - Im Bestechungsverfahren gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Staatsanwaltschaft der Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage von 100 Millionen Dollar (75 Millionen Euro) zugestimmt. Das gab Staatsanwalt Christian Weiß im Landgericht München bekannt. Ecclestones Angebot war bereits am Freitag bekannt geworden.

Die Richter äußerten sich zunächst noch nicht dazu und zogen sich zur Beratung zurück. Ein Ergebnis wird bis 13 Uhr erwartet. Für die endgültige Einstellung müssten auch sie zustimmen.

Die Ermittler hatten Ecclestone angeklagt, weil er den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky vor acht Jahren mit 44 Millionen Dollar bestochen haben soll. Gribkowsky soll dafür gesorgt haben, dass die Bank ihren Formel-1-Anteil an Ecclestones Wunsch-Investor CVC verkaufte und Ecclestone so Chef der Rennserie bleiben konnte.

Doch die Staatsanwaltschaft tat sich bisher schwer, die Vorwürfe zu belegen. Mehrere Zeugen stützten Ecclestone, der die Vorwürfe zurückweist. Gribkowsky wurde von derselben Strafkammer zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

ade/dpa/Reuters

insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
fred0r 05.08.2014
1. Schmiergeld an den Staat ist wohl ok
Das ist etwas total anderes !
michelinmännchen 05.08.2014
2. wenn
sie ihm nichts nachweisen können, hat er für 100 Mio seine Ruhe. Ist doch ok.
onlinematter 05.08.2014
3.
Während Ecclestone 100 Mio aus dem Ärmel schütteln kann, müht sich die Weltgemeinschaft im Kampf gegen Ebola mit dicken 200 Mio, -> http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ebola-epidemie-in-westafrika-weltbank-hilft-mit-200-millionen-dollar-a-984453.html Illustrer lässt sich kaum darstellen, dass etwas gewaltig schief läuft. Wer solches Gefälle dauerhaft zulässt, sogar noch befördert, wird morgen unter dem Fallbeil aufwachen. Ist nur eine Frage der Zeit.
Immanuel_Goldstein 05.08.2014
4.
Zitat von sysopREUTERSDas Ende des Ecclestone-Verfahrens rückt näher: Die Staatsanwaltschaft akzeptiert das Angebot des Formel-1-Chefs, seinen Bestechungsprozess gegen eine Geldauflage von 100 Millionen Dollar einzustellen. Nun berät das Gericht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/staatsanwaltschaft-nimmt-ecclestone-angebot-ueber-100-millionen-an-a-984439.html
Es ist eine Schande. Damit sind wir nun auch in Deutschland bei der Kaufjustiz angekommen. Das grenzt in meinen Augen an Rechtsbeugung, wenn nach so einem kurzen Verfahrensverlauf ein solch hanebüchener Deal geschlossen wird, ohne dass der Fall überhaupt ausermittelt ist. Bislang sind solche Verfahrenseinstellungen erst viel später möglich. Die Justiz hat hier ohne Not ein Verfahren eingestellt und einen hoch Verdächtigen vor einer rechtmäßigen Strafe aktiv bewahrt. Die Richter haben damit das Recht zur Rechtsprechung in meinen Augen auf alle Zeiten verwirkt.
hexe2408 05.08.2014
5. Bestechungsskandal. ..
...beendet durch "Bestechung. Gerechtigkeit oder Co-Verhalten?
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