Staatslotterie Spanien muss Verkauf der "Dicken" verschieben

Die Teilprivatisierung der spanischen Weihnachtslotterie, "der Dicken", sollte dem Staat Milliarden einbringen - doch daraus wird vorerst nichts: Der geplante Börsengang fällt aus. Hoffnung für einen zweiten Versuch gibt es nur, wenn sich die Aktienmärkte beruhigen und die jetzige Regierung die Wahlen gewinnt.

Gewinnerinnen von "El Gordo" (Archiv): Konservative Volkspartei gegen Börsengang
AFP

Gewinnerinnen von "El Gordo" (Archiv): Konservative Volkspartei gegen Börsengang


Madrid - Es klingt fast paradox: Die schuldengeplagte spanische Regierung wollte sich von ihrer geliebten Weihnachtslotterie "El Gordo" (der Dicken) trennen, um Milliarden zu erlösen - und damit die Finanzmärkte zu beruhigen. Doch wegen der Turbulenzen an den Aktienmärkten wird die Teilprivatisierung jetzt gestoppt. "Das Vorhaben könnte fortgesetzt werden, wenn sich die Marktbedingungen verbessern", teilte das spanische Wirtschaftsministerium am Mittwochabend mit.

Der Börsengang der Loterias y Apuestas del Estado wäre der größte in der Geschichte des Landes gewesen und sollte dem Staat bis zu neun Milliarden Euro einbringen. Jedes Jahr organisiert die Lotteriegesellschaft die äußerst populäre Weihnachtslotterie "El Gordo", die allein im vergangenen Jahr Preise im Gesamtwert von 2,3 Milliarden Euro auszahlte. Lottospielen ist so etwas wie ein Volkssport in Spanien. Die Lotterie sollte vor der ersten Novemberwoche an die Börse gehen. Die Einnahmen sollten zum Schuldenabbau eingesetzt werden.

Spanien steckt seit längerem in der Krise: Zwar liegt die Staatsverschuldung deutlich unter der anderer Euro-Staaten, inklusive Deutschland. Doch eine geplatzte Immobilienblase und hohe Arbeitslosigkeit machen dem Land zu schaffen. Dazu muss das Land wegen seiner Schuldenprobleme an den Finanzmärkten derzeit hohe Risikoaufschläge zahlen - und hat daher Probleme, sich günstig zu refinanzieren. Unter dem wachsenden wirtschaftlichen Druck setzte der sozialistische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero für den 20. November vorgezogene Wahlen an. Dazu wird das Parlament im September aufgelöst. Bis Jahresende soll die neue Regierung im Amt sein.

Es wird damit gerechnet, dass die konservative Volkspartei (PP) die Wahlen gewinnt. Sie ist gegen den Verkauf der Lotterie. Ein Börsengang wäre damit wohl vom Tisch.

yes/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
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ColynCF 29.09.2011
1. El Gordo
"el gordo" ist maskulin. Deswegen muss es "Verkauf deS Dicken" heißen, nicht "der Dicken" /Klugscheiss/.
ödi 29.09.2011
2. .
Dann klugscheiss ich noch mehr: Nicht die Lotterie wird hier in Spanien als dick bezeichnet, sondern der Hauptgewinn. Der Dicke.
Frederik72 29.09.2011
3. ...
Ich weiß nicht. Eine Kuh schlachten die Milch gibt, war noch nie eine gute Idee.
lizard_of_oz 29.09.2011
4. Dann wären die Spanier schön doof!
Schließlich gibt es da noch dieses Rindvieh im Herzen Europas, dessen wenig helle Bauern man gar nicht zu fragen braucht, ob sie einem ein paar Steaks schenken können, das machen die sklavisch in vorauseilendem Gehorsam von sich aus. Allerdings gibt es so viele Schnorrer und die Bauern sind so dämlich, dass die das Rind für fremde Esser glatt erlegen anstatt es zu melken. Wetten, das Rind schlägt bald aus? Hoffentlich ist das dann nicht schon die Agonie...
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