Zu Corona-Zeiten Städtetag kritisiert weitere Streiks im öffentlichen Dienst

In Zeiten von Corona: Der Deutsche Städtetag kritisiert die ab Montag angekündigten weiteren Warnstreiks der Gewerkschaften. Die Menschen seien genug belastet.
Am Montag beginnt bei Vivantes und der Berliner Charité ein zweitägiger Warnstreik

Am Montag beginnt bei Vivantes und der Berliner Charité ein zweitägiger Warnstreik

Foto: Christoph Soeder / dpa

Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hat der Deutsche Städtetag die ab diesem Montag angekündigten Warnstreiks der Gewerkschaften heftig kritisiert.

"In diesen schwierigen Corona-Zeiten sind die Menschen genug belastet und brauchen nicht auch noch massive Störungen im Bus- und Bahnverkehr", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, der "Rheinischen Post" vom Montag. Streiks in Krankenhäusern empfinde er gerade jetzt als unpassend.

Die Gewerkschaften haben für Montag in Bayern zu flächendeckenden Warnstreiks aufgerufen, für Dienstag in Nordrhein-Westfalen. In Berlin sollen an beiden Tagen Protestaktionen stattfinden, ab Montag soll unter anderem an der Berliner Charité gestreikt werden.

Der Städtetags-Hauptgeschäftsführer verteidigte zugleich das Angebot der Arbeitgeber. Dieses umfasst

  • eine in drei Stufen aufgeteilte lineare Lohnerhöhung von insgesamt 3,5 Prozent,

  • eine Corona-Sonderzahlung

  • und für Pflegekräfte gesonderte Verbesserungen.

"Die Arbeitgeber haben ein Angebot vorgelegt, das sich sehen lassen kann", sagte Dedy. Betroffen sind insgesamt 2,3 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen.

Ver.di und der Deutsche Beamtenbund fordern dagegen 4,8 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, monatlich jedoch mindestens 150 Euro mehr. Die dritte Verhandlungsrunde ist für Donnerstag und Freitag anberaumt.

kim/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.