Angebliche Dumping-Preise Zypries warnt USA vor Stahl-Strafzöllen

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will mit Strafzöllen gegen Stahlimporte vorgehen - das könnte auch Deutschland hart treffen. Wirtschaftsministerin Zypries kündigt Widerstand an.

Stahlwerk in Salzgitter
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Stahlwerk in Salzgitter


Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat die USA vor Strafzöllen auf Stahlimporte aus der EU gewarnt. "Wir sehen mit Sorge, dass die USA derzeit Schutzmaßnahmen gegen Stahlimporte mit Blick auf die Gefährdung nationaler US-Sicherheitsinteressen prüfen", sagte sie bei einem zweitägigen Treffen mit den Wirtschaftsministern der Bundesländer im saarländischen Perl.

"Wir haben erhebliche Bedenken gegen solche Überlegungen und das habe ich auch bereits gegenüber dem US-Handelsminister Wilbur Ross deutlich gemacht", sagte Zypries. Das Problem der Stahl-Überkapazitäten treffe die europäischen wie die US-Unternehmen gleichermaßen. Daher wären Abschottungsschritte "in jedem Fall die falsche Antwort".

Zypries warnte, solche US-Beschränkungen seien am Ende auch nicht im Interesse der amerikanischen Firmen. "Das Thema muss vielmehr auf der richtigen Ebene platziert werden und das sind die G20-Staaten", sagte sie. Dort solle eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Die G20 treffen sich Ende nächste Woche zu ihrem Gipfel in Hamburg.

Die Europäer wie die USA werfen insbesondere der chinesischen Stahlindustrie schon länger vor, ihre Probleme mit hohen Überkapazitäten dadurch zu lindern, dass sie Stahlprodukte zu Dumpingpreisen auf die Märkte drücken. Die neue US-Regierung unter Donald Trump hat aber zunehmend auch die europäischen Exporte in die USA ins Visier genommen.

US-Handelsminister Ross hatte am Dienstag in einer Videobotschaft für eine Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrates angekündigt, die USA wollten hart gegen "Dumping-Importe" vorgehen. Das Land sei "größtes Opfer illegaler Praktiken". Er werde Präsident Donald Trump Empfehlungen zum Schutz der US-Stahl- und -Aluminiumindustrie vorlegen.

stk/dpa/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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kreuzberger36 29.06.2017
1. ?
Und wer verbietet der Familie Trump all ihren Schrott vornehmlich in China zu produzieren? Und was ist mit den drei Aktivisten die in China verschwunden sind, weil sie Ivankachens Lieferanten unter die Lupe genommen haben? Sind die wieder aufgetaucht?
dieter-klaus.delacroix 29.06.2017
2.
Erhebt die EU nicht Strafzölle auf chinesischen Stahl? Unterschied zum geplanten Vorgehen der USA? http://www.handelsblatt.com/politik/international/stahl-aus-china-eu-verhaengt-langfristige-strafzoelle/19623846.html
kalim.karemi 29.06.2017
3. Schon seltsam
einerseits Zölle zu kritisieren andererseits GB nach dem Brexit mit Zöllen zu drohen. Wenn sie einem in den Kram passen, sind sie plötzlich wieder von Nutzen.
capote 29.06.2017
4. Globalisierungswahnsinn
Da geht sowieso alles drunter und drüber. Krupp-Thyssen baute eine Stahlanlage in Brasilien um den US-Markt beliefern zu können. Natürlich nicht mit dem eigenen Anlagenbauunternehmen UHDE, viel zu teuer, man gibt den Chinesen den Auftrag. Das Werk kommt nie richtig ans Laufen, alle Umweltauflagen werden gerissen und das Stahlwerk macht nur Verluste. Trump hat Recht, wenn er den Unsinn verbietet. In USA fällt Schrott an (alleine aus all den importierten Autos) der nicht wieder aufbereitet werden kann, weil das Ausland die USA mit billigem Stahl überschwemmt. Endlich wird was gegen den Globalisierungswahnsinn gemacht.
docmillerlulu 29.06.2017
5. So machen wir das immer!
"Das Land sei "größtes Opfer illegaler Praktiken". " Das nennt sich Freihandel - Stupid! Trump kann sich doch sicher an irgend ein dahergelaufenes Schiedsgericht wenden. Außerdem soll er sich nicht so anstellen. Wir liefern für kleines Geld Hühnchen nach Afrika und mischen dort den Markt richtig auf - die Betroffenen da verhungern oder ertrinken später auf der Flucht im Mittelmeer. Also Kopf hoch - alles läuft gut.
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