Standard & Poor's Rating-Riese stuft Ungarn auf Ramschstatus

Die Rating-Agenturen haben wieder zugeschlagen. Diesmal traf es Länder außerhalb der Euro-Zone: Standard & Poor's stuft die Kreditwürdigkeit Ungarns auf Ramschniveau - und die Kollegen von Fitch warnen die USA vor dem Verlust ihrer Top-Note.


New York - Die großen Rating-Agenturen sehen die Verschuldung der Staaten immer kritischer. Am Mittwochabend stufte Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit Ungarns auf BB+ herunter.

Damit rutscht das Land auf Ramschniveau. So werden in der Finanzbranche Rating-Noten unterhalb des BBB-Status genannt. Sie signalisieren Investoren, dass die entsprechende Anlage spekulativ, ihr Kauf also mit hohen Risiken verbunden ist. Bereits Ende November hatte die Agentur Moody's Ungarn auf Ramschniveau gesetzt.

Als Grund für die Herabstufung nannte S&P die Unsicherheit über die politische Entwicklung in dem finanziell angeschlagenen Land. Auch hätten sich die wirtschaftlichen Bedingungen weltweit und in Ungarn selbst verschlechtert.

Auch den USA droht eine Herabstufung ihrer Bonität. S&P hatte dem Land bereits im August die Top-Note AAA entzogen. Nun droht auch die Konkurrenz von Fitch mit diesem Schritt. Der hohe und weiter steigende Grad der Verschuldung stehe nicht im Einklang mit dem AAA-Rating, erklärte die Rating-Agentur. Ohne eine Strategie der Regierung in Washington zur Reduzierung des Haushaltsdefizits und einer Stabilisierung der Last müsse bis Ende 2013 mit einer Herabstufung gerechnet werden.

Die USA sind mit 15 Billionen Dollar so hoch verschuldet wie kein anderes Land der Welt. Auch gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegen die Schulden mit 100 Prozent höher als in den meisten Euro-Ländern.

stk/Reuters



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