Rasantes Wachstum Großbritannien streicht Indien die Entwicklungshilfe

Es ist ein Schritt mit hoher symbolischer Bedeutung: Großbritannien zahlt ab dem Jahr 2015 keine Entwicklungshilfe mehr an seine frühere Kolonie Indien. Die aufstrebende asiatische Wirtschaftsmacht gehört inzwischen selbst zu den größten Investoren auf der Insel.

Indische Wirtschaftsmetropole Mumbai: Ab 2015 keine britische Entwicklungshilfe mehr
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Indische Wirtschaftsmetropole Mumbai: Ab 2015 keine britische Entwicklungshilfe mehr


London/Neu Delhi - Diese Entscheidung verdeutlicht das grundlegend veränderte Verhältnis zwischen der ehemaligen Imperialmacht und seiner früheren Kolonie: Großbritannien beendet wegen des rasanten Wirtschaftswachstums in Indien die Entwicklungshilfe für das südasiatische Land. Diese Form der Unterstützung für die frühere Kolonie werde bis 2015 zurückgefahren und dann ganz eingestellt, sagte die Ministerin für Internationale Entwicklung, Justine Greening, am Freitag im Parlament in London.

Zwar würden bereits laufende Programme noch zu Ende gebracht, neue Zusagen aber nicht mehr getroffen. Der Schritt geschehe in Absprache mit der indischen Regierung. "Es ist Zeit, die veränderte Rolle Indiens in der Welt anzuerkennen", sagte Greening. Bis 2015 werde Großbritannien schätzungsweise 200 Millionen Pfund einsparen. Im Jahr 2011 belief sich die Entwicklungshilfe Großbritanniens an Indien auf etwa 280 Millionen Pfund.

Indien war bis zum Jahr 1947 eine Kolonie des britischen Weltreichs. Jahrzehntelang war die wirtschaftliche Lage des Landes anschließend desolat, doch seit Ende der neunziger Jahre entwickelt sich das Land in atemberaubendem Tempo. Dennoch herrschen in Teilen Indiens noch extremer Hunger und Armut. Unter anderem deshalb setzte die Bundesregierung ihre Unterstützung für Indien doch fort, nachdem Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sie nach seinem Amtsantritt 2009 in Frage gestellt hatte.

fdi/dpa/Reuters/AP



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digitalesradiergummi 09.11.2012
1. Feigenblatt
Zitat von sysopDPAEs ist ein Schritt mit hoher symbolischer Bedeutung: Großbritannien zahlt ab dem Jahr 2015 keine Entwicklungshilfe mehr an seine frühere Kolonie Indien. Die aufstrebende asiatische Wirtschaftsmacht gehört inzwischen selbst zu den größten Investoren auf der Insel. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/starke-wirtschaft-grossbritannien-streicht-indien-die-entwicklungshilfe-a-866416.html
Indien hat grosse infrastrukturelle Probleme. Probleme die ich auch gerne hätte. Indien sollte sich ein paar Rupien in die Hand nehmen, und sich ein paar Britische oder auch Deutsche, oder Französiche oder was auch immer woher, frühpensionierte Beamte aus o.g.Ländern mieten, die ihren Augiasstall aufräumen. Mit Verlaub, die Inder könnten das auch selber, aber nicht so schnell, wie nötig. Sonst implodiert das Wachstum dort. Dass sie nun kein Geld mehr bekommen, reicht nicht, sie müssen lernen zu bezahlen.
Jochen Binikowski 09.11.2012
2.
Schon vor 20 Jahren gab es Schätzungen wonach es in Bombay mehr Dollar Millionäre gibt als in New York. Hinzu kommt dass die Inder sich selber für die mit Abstand intelligentesten Menschen auf diesem Planeten halten. Warum sollten die also nicht in der Lage sein 800 Millionen Menschen aus tiefster ländlicher Armut zu reichen Leuten zu machen?
rl1972 09.11.2012
3. Eigenverantwortung
Zitat von sysopDPAEs ist ein Schritt mit hoher symbolischer Bedeutung: Großbritannien zahlt ab dem Jahr 2015 keine Entwicklungshilfe mehr an seine frühere Kolonie Indien. Die aufstrebende asiatische Wirtschaftsmacht gehört inzwischen selbst zu den größten Investoren auf der Insel. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/starke-wirtschaft-grossbritannien-streicht-indien-die-entwicklungshilfe-a-866416.html
Na toll , wieso sollte das bitteschön unsere Angelegenheit sein wenn in Indien Hunger herrscht ? Wie wäre es wenn die Stellen , die Schwellenländern mit hohen Devisenreserven immer noch Entwicklungshilfe zahlen , den Begriff Eigenverantwortung einmal nachschlagen würden ?
schandmaul1000 09.11.2012
4. Dann kann kann ja ab 2015 die Entwicklungshilfe
in die auf Dritte Welt Niveau sinkende Europäische Union fliessen.Womit auch der Friede wieder einkehrt.Frei nach dem Motto Great Britain rules the wourld.
horstma 09.11.2012
5. Der erste Schritt. Pakistan ist der zweite.
Zitat von sysopDPAEs ist ein Schritt mit hoher symbolischer Bedeutung: Großbritannien zahlt ab dem Jahr 2015 keine Entwicklungshilfe mehr an seine frühere Kolonie Indien. Die aufstrebende asiatische Wirtschaftsmacht gehört inzwischen selbst zu den größten Investoren auf der Insel. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/starke-wirtschaft-grossbritannien-streicht-indien-die-entwicklungshilfe-a-866416.html
Der zweite Schritt muß sein, daß die USA an Pakistan keinen einzigen Cent mehr bezahlen.
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