Statistisches Bundesamt Löhne der Deutschen sinken spürbar

Die Löhne der Deutschen sind im vergangenen Jahr dramatisch gesunken. Mit 0,5 Prozent gingen sie so stark zurück wie seit der Wiedervereinigung nicht. Grund für die Entwicklung sind Einbußen durch Kurzarbeit und niedrigere Gehälter.

Konsum: Sparquote bleibt trotz sinkender Entgelte konstant hoch
DPA

Konsum: Sparquote bleibt trotz sinkender Entgelte konstant hoch


Wiesbaden/Berlin - Die Deutschen spüren die Krise nun auch in ihrem Geldbeutel: In der schärfsten Rezession der Nachkriegszeit sind die Löhne der Deutschen so stark gesunken wie seit der Wiedervereinigung nicht. Die Bruttogehälter schrumpften im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent auf knapp 991 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Grund dafür waren vor allem die Einbußen wegen der Kurzarbeit und geringere Vergütungen. Zusammen mit den Einkünften aus anderen Quellen legten die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte um 0,4 Prozent zu und damit so wenig wie seit Anfang der neunziger Jahre nicht mehr. Die Sparquote - der Einkommensteil, den die Menschen nicht ausgeben - blieb mit 11,2 Prozent auf dem hohen Niveau von 2008.

Das Volkseinkommen sank erstmals seit der Wiedervereinigung um vier Prozent auf 1,811 Billionen Euro. Nach der Rezession 2003 hatten sich die Firmengewinne wegen Sparprogrammen und moderater Lohnpolitik deutlich besser entwickelt als die Gehälter. "Die Schere hat sich in den letzten zwei Jahren wieder etwas geschlossen", sagte der Präsident des Statistikamtes, Roderich Egeler, in Wiesbaden. Damit erhöhte sich auch der Anteil der Arbeitnehmerbezüge am Volkseinkommen: Die sogenannte Lohnquote stieg auf 67,5 Prozent.

Im laufenden Jahr dürfte den Verbrauchern trotz Konjunkturerholung und Steuerentlastungen dennoch kaum mehr im Geldbeutel bleiben. "Die real verfügbaren Einkommen werden 2010 wohl schrumpfen", sagte Volkswirt Andreas Scheuerle von der DekaBank und begründete dies mit anziehender Inflation und geringeren Lohnabschlüssen. Die Sparquote werde - auch wegen zunehmender Angst vor dem Jobverlust - auf 11,6 Prozent klettern.

fro/Reuters



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marvinw 22.09.2009
1. Macht's endlich!
Ich frage mich warum wir fürs Thema Mindestlohn einen Artikel mit vier Mal Pro und Contra brauchen? Mindestlohn gibt es in ganz Europa, die Menschen in Deutschland im Niedriglohnsektor verdienen am wenigsten, was für eine Debatte braucht man da noch? Sollen wir noch als Drittel Welt Land enden? Dass sich die Marionetten der gierigen Kapitalisten hinter den "Konservativen" und "Neolibaralen" verstecken die Menschen für noch weniger Geld arbeiten lassen würden, ist für niemanden mehr ein Geheimnis. Deshalb: macht es endlich! Führt Mindestlohn ein!
matthias schwalbe, 22.09.2009
2.
Natürlich Mindestlohn ! Beim Bäcker und Friseur muss man auch einen Mindestpreis zahlen... Aber Mindestlohn alleine reicht noch lange nicht. Berufstätige Menschen brauchen Planungssicherheit.Will sagen-Abschaffung mit diesen unsäglichen Zeitarbeitsverträgen. Wofür gibt es Probezeiten,gestaffelte Löhne je nach Betriebszugehörigkeit und Leistung ? Viele 100000ende Menschen können kaum noch ruhig schlafen,weil Sie sich ständig Sorgen machen ob ihr Arbeitsvertrag verlängert wird oder auch eben nicht und oft genug ist nach 2xliger Verlängerung SCHLUß. Viele gehen krank auf Arbeit und werden dadurch krank ! Das alles belastet unsere Sozialsysteme noch mehr als flexibles Personal was eh schon mit staatlicher Hilfe gefördert wird Wenn Unternehmen wie z.B. Quelle/Karstadt schlecht gemanagt werden "gehen diese trotzdem den Bach" runter. Ob mit Mindestlohn oder ohne ! 100% Sicherheit gibt es heute so oder so nicht mehr-gab es eigentlich noch nie. Nur ist es ein Unterschied ob ich deswegen jeden Morgen mit Ängsten und Ungewissheit zur Arbeit gehe oder ob man mir wenigstens diese Sorge zu einem Großteil nehmen kann. Dafür brauchen wir keine linken Parteien nur gesunden Menschenverstand von Unternehmen.
JamesBond006 22.09.2009
3.
Na ja, um wettbewerbsfähig zu bleiben in Europa, wird ein Mindestlohn aber nicht förderlich sein, oder ?
PeteLustig, 22.09.2009
4.
Die Forderung nach der flächendeckenden Einführung eines Mindestlohnes ist nicht links - sie ist menschlich. Und zwingend notwendig.
GrinderFX 22.09.2009
5.
Zitat von marvinwIch frage mich warum wir fürs Thema Mindestlohn einen Artikel mit vier Mal Pro und Contra brauchen? Mindestlohn gibt es in ganz Europa, die Menschen in Deutschland im Niedriglohnsektor verdienen am wenigsten, was für eine Debatte braucht man da noch? Sollen wir noch als Drittel Welt Land enden? Dass sich die Marionetten der gierigen Kapitalisten hinter den "Konservativen" und "Neolibaralen" verstecken die Menschen für noch weniger Geld arbeiten lassen würden, ist für niemanden mehr ein Geheimnis. Deshalb: macht es endlich! Führt Mindestlohn ein!
Das löst nicht das Problem. In den 3. Welt Ländern haben die Menschen kaum Möglichkeiten sich zu bilden. Hier hat jeder die gleichen Chancen, nur nutzen sie die Meisten nicht und wollen das am Ende mit einem Mindeslohn ausgleichen. Das wird so zum Glück nicht funktionieren.
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