Neue Daten-CD Ermittler spüren Dutzende mutmaßliche Steuersünder auf
Spiegelung der Schweizer Fahne in einer CD: Dateien mit "besonderer Qualität"
Foto: Oliver Berg/ dpaHamburg - Erneut jagen die Kölner Staatsanwaltschaft und die Steuerfahndung Wuppertal deutsche Steuerflüchtlinge. Im Dezember durchsuchten nach Informationen des SPIEGEL rund hundert Fahnder eine Woche lang die Privatwohnungen von etwa 50 Kunden eines Schweizer Ablegers der Bank Leumi.
Schwerpunkte waren die Städte Frankfurt am Main, Berlin und München. Im vergangenen Frühjahr hatte sich ein Informant aus dem Ausland bei den Wuppertaler Steuerfahndern gemeldet und die Daten von deutschen Kunden angeboten. Nach ausführlicher Prüfung wurde die Steuer-CD schließlich im Spätherbst 2013 vom Land Nordrhein-Westfalen gekauft.
Die Bank Leumi ist das zweitgrößte israelische Kreditinstitut, auf der CD sollen die Namen von mehr als hundert deutschen Kunden des Schweizer Ablegers der Bank gespeichert sein. Die Dateien hätten eine "besondere Qualität", heißt es in Justizkreisen. Die Anlagevolumina pro Kunde seien deutlich höher als bei bisherigen Steuer-CDs. So soll ein potentieller Steuersünder rund 80 Millionen Euro auf Schweizer Leumi-Konten gelagert haben.
Außerdem sind unter den möglichen Steuerhinterziehern angeblich mehrere prominente Personen. Die Bank Leumi ist seit einiger Zeit wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung auch im Visier der US-Justizbehörden.
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