Steuereinnahmen Fiskus kann mit 60 Milliarden zusätzlich rechnen

Üppiges Wirtschaftswachstum, geringe Arbeitslosigkeit, mehr Geld für den Staat: Die Kämmerer von Bund, Ländern und Gemeinden können in den kommenden drei Jahren mit gut 60 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen rechnen.

Bundesfinanzminister Schäuble: 17 Milliarden Mehreinnahmen im laufenden Jahr
dapd

Bundesfinanzminister Schäuble: 17 Milliarden Mehreinnahmen im laufenden Jahr


Berlin - Bund, Länder und Gemeinden können sich für den Dreijahreszeitraum bis 2012 über deutlich mehr Steuereinnahmen freuen als ihnen noch im Mai vorausgesagt worden waren. Die Schätzvorlage des Bundes für die am Dienstag beginnenden Beratungen des Arbeitskreises Steuerschätzung geht von Steuer-Mehreinnahmen von 62,5 Milliarden Euro aus, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Person, die mit den Zahlen befasst ist. Eine ähnliche Größenordnung nennt die dpa mit Verweis auf die Vorlage des Bundes.

Bund, Ländern und Gemeinden sowie der EU dürften demnach im laufenden Jahr von Steuerzahlern in den Privathaushalten und der Wirtschaft etwa 17 Milliarden Euro mehr in die Kassen fließen. Für das kommende Jahr rechnen die Experten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Angaben zufolge dann mit 22,5 Milliarden Euro mehr. Und auch 2012 soll noch einmal ein ähnlicher Betrag, nämlich rund 23 Milliarden Euro, gegenüber den bisherigen Schätzzahlen dazukommen.

Ein Hauptteil der Mehreinnahmen geht auf die verbesserten Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft zurück. Die Bundesregierung hatte jüngst ihre Prognose für das laufende Jahr von zuvor 1,4 Prozent auf 3,4 Prozent angehoben. Für das kommende Jahr rechnet die Regierung inzwischen mit einem Plus von 1,8 Prozent bei der Wirtschaftsleistung.

Steuerdiskussion lebt auf

Die daraus resultierende bessere Steuerentwicklung hatte zuletzt die Diskussion innerhalb der Koalition um Steuersenkungen neu angefacht. Trotz des klaren Neins von Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die FDP Entlastungen vor allem für untere und mittlere Einkommensgruppen noch in dieser Legislaturperiode.

Einige Wirtschaftspolitiker der Union unterstützen das Vorhaben. So plant der Mittelstandspolitiker Christian von Stetten, den Parteitag Mitte November über einen Antrag zur Steuerpolitik abstimmen zu lassen. Darin will er Vorschläge zur Steuervereinfachung machen, die die Bürger um etwa zwei Milliarden Euro entlasten sollen.

Finanzminister Schäuble plant allerdings lediglich eine Entlastung von 500 Millionen Euro. Sein Arbeitsentwurf für ein Steuervereinfachungsgesetz sieht verbesserte Arbeitnehmerpauschalen und eine vereinfachte steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten vor.

Der Arbeitskreis Steuerschätzung tritt am frühen Dienstagnachmittag in Baden-Baden zusammen, um seine Berechnungen vom Mai zur Steuerentwicklung zu aktualisieren. Das Ergebnis soll dann am Donnerstag veröffentlicht werden.

mik/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
ugt 02.11.2010
1. Sparen war gestern.
Zitat von sysopÜppiges Wirtschaftswachstum, geringe Arbeitslosigkeit, hohe Steuern: Die Kämmerer von Bund, Ländern und Gemeinden können in den kommenden drei Jahren mit gut 60 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,726644,00.html
Hurraa, dann können Politiker sich ihr Gelder erhöhen, die Pensionen verdoppeln und noch mehr Geld für schwachsinnige Projekte rausschmeissen. Sparen war gestern.
idealist100 02.11.2010
2. Kein Problem
Zitat von sysopÜppiges Wirtschaftswachstum, geringe Arbeitslosigkeit, hohe Steuern: Die Kämmerer von Bund, Ländern und Gemeinden können in den kommenden drei Jahren mit gut 60 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,726644,00.html
Die Möwenpiks-, Energie-, Pharma-, Apotheker-, Ärzte- Lobbyisten stehen schön in den Startlöchern
frubi 02.11.2010
3. .
Zitat von sysopÜppiges Wirtschaftswachstum, geringe Arbeitslosigkeit, hohe Steuern: Die Kämmerer von Bund, Ländern und Gemeinden können in den kommenden drei Jahren mit gut 60 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,726644,00.html
Immer diese Prognosen. Und wenn in 2 Jahren ein Flugzeug in den Reichstag fliegt dann war es dann wieder mit den Prognosen. Das hier und jetzt ist greifbar. Damit sollte man sich befassen. Alles andere gehört in die Kategorie "Kartenlesen auf Tele5".
Nonvaio01 02.11.2010
4. Lachhaft
Hallo, also wenn ich zu Bank gehe und einen Kredit fuer ein haus haben will fragen die mich auch was ich verdiene, ich kann dennen ja sagen das ich momentan nur summe X verdiene, aber durch die verbesserte Wirtschaft gehe ich davon aus das meine Frau im naechsten jahr und mein Sohn dann im darauf folgenden jahr einen Job bekommt, darum finde ich kann ich mir den Kredit locker leisten. Ich glaub der Banker bekommt einen Lachanfall oder holt gleich den sicherheitsdienst. Zu sagen der Staat wird 60MRD mehr einnehmen weil man die prognose um 2% erhoeht ist doch lachhaft, sowas ist unserioes und nur dazu gedacht ein falsches Bild abzugeben. Wieviel die so genannten prognosen von experten wert sind weiss man ja, ich kenne keine wo ein Experte recht hatte.
manni-two 02.11.2010
5. Ihre Kopfzeile sollte lauten : nur 44 Milliarden
neue Schulden in 2011 statt 61 Milliarden.Bei solchen Hurra-Parolen wie "60 Milliarden Einnahmen zusätzlich" muß sich niemand wundern,wenn Steuersenkungsträume aufkommen.
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