Rekordbeschäftigung Steuereinnahmen steigen deutlich

Die schwarze Null ist ein zentrales Projekt der Bundesregierung - und gegen Ende des Jahres wird deutlich: Ein ausgeglichener Haushalt rückt dank kräftiger Steuereinnahmen näher.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (Archiv) dürfte sich bald noch mehr freuen
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Finanzminister Wolfgang Schäuble (Archiv) dürfte sich bald noch mehr freuen


Berlin - Bund und Länder haben im November deutlich mehr Steuern eingenommen - 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist bisher der höchste monatliche Zuwachs in diesem Jahr, teilte das Bundesfinanzministerium mit.

Grund für die gute Entwicklung ist die Rekordbeschäftigung. So legten die Lohnsteuereinnahmen auf nahezu 13 Milliarden Euro zu (um 7,2 Prozent). Auch die Umsatzsteuereinnahmen stiegen mit knapp 11 Prozent auf gut 19 Milliarden Euro. Darin spiegelt sich der weiterhin starke private Konsum wider.

Das Bundesfinanzministerium geht in dem Bericht davon aus, in diesem Jahr weniger neue Schulden zu benötigen als bisher geplant. "Nach aktueller Einschätzung wird die für das Jahr 2014 geplante Nettokreditaufnahme in Höhe von 6,5 Milliarden Euro nicht in voller Höhe benötigt werden", heißt es darin.

Damit rückt dank der kräftigen Steuereinnahmen und historisch niedriger Zinsen auf den Schuldenberg des Bundes ein Haushalt ohne neue Kredite in greifbare Nähe. Die erste schwarze Null im Etat seit 1969 ist ein zentrales Projekt der schwarz-roten Koalition. Allerdings lässt sich erst zu Beginn des kommenden Jahres sagen, wie groß das Haushaltsloch 2014 gewesen ist.

Wirtschaft zieht an

Positiv wirkt aus Sicht des Finanzministeriums, dass die Konjunktur zum Jahresende wieder anzieht. Im dritten Quartal habe sich die deutsche Wirtschaft als stabil erwiesen: "Für das Schlussquartal signalisieren die Indikatoren eine weitere Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Aktivität", heißt es im Bericht.

Der international kritisierte Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands ist bis Oktober auf 172,9 Milliarden Euro gestiegen - 26 Milliarden Euro mehr als vor einem Jahr. Andere Länder werfen der Exportnation Deutschland vor, zu wenig zu importieren.

yes/dpa/Reuters



insgesamt 44 Beiträge
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naklar? 19.12.2014
1. Prima, da kann der Soli ja endlich gestrichen werden. Ich persönlich sehe aber die ...
... Einführung der Pkw-Maut sowie die Kürzung des Zuschusses für die gesetzlichen Krankenkassen nicht gerade als Boomenden Haushalt an. Immer mehr Lasten werden auf die Normalbürger verteilt. Irgendwie kann da die Rechnung nicht stimmen. Kommt mir vor wie bei den Ländern. Denn die verteilen/verringern in der Regel Ihre Schulden gekonnt in die Haushalte der verschuldeten Kommunen.
leonkennedy 19.12.2014
2. ist es nicht klasse
den banken wirft man das geld zum nulltarif hinterher, mit steuergeldern werden sie gerettet, und wir sparen uns tot und erzählen es wäre etwas gutes. schaut man sich die infrastruktur an - schulen - straßen/verkehr/schiene - gesundheitswesen - kindertagesstätten / erzieher usw. - kein bezahlbarer wohnraum für niedrigeinkommen man könnte diese liste endlos weiterführen. aber es ist ja so toll, wenn unsere ahnungslose kanzlerin uns als exportweltmeister betiteln kann. Schere von arm/reich wird immer größer usw. Was erzählen Sie uns hier? Wer glaubt diesen Mist?
meyer01 19.12.2014
3.
Wer waren nochmal die Steuerpflichtigen? Amazon, Google, Starbucks.... ? Ich Dummerle, der deutsche Steuerzahler zahlt mehr Steuern achso, und ich dachte schon ..... Ich finde es unverschämt sowas als Riesennummer zu verkaufen. Die Beschäftigtenstatistik ist eh kreativ gestaltet und mit vielen Teilzeitarbeitern gespickt die nix für Rente usw. haben und in die Altersarmut führen, was wiederum wir Steuerzahler bezahlen. Bin ja mal gespannt wann genannte Firmen hier in Deutschland Steuern > 1 % zahlen. Das wäre mal eine Schlagzeile wert. Frohe Weihnacht.
Tahlos 19.12.2014
4. Ja was denn nun
Laut Berichterstattung der Regierung war die schwarze Null doch schon vor längerer Zeit erreicht oder war das (erwartungsgemäß) wie immer nur eine Nebelkerze für die Öffentlichkeit? Glauben kann man bei den "Erfolgsmeldungen" doch ohnehin nichts.
never-stop 19.12.2014
5. Wer zahlt Schäuble seine schwarze Null?
Offensichtlich die abhängig Beschäftigten. Ein kleiner Tipp an ihn wo er deutlich mehr holen kann: - Die Steuersenkungen für Firmen und Vermögende seit der Kohl-Ära zurück fahren. Diese haben übrigens nicht zu einem Reallohnzuwachs oder besseren Sozialleistungen geführt, wie als Vorwand immer gerne angeführt wird. Der steigende Profit, auch durch steigende Produktivität, wurde also nicht geteilt sondern blieb "oben". - Die Steuergestaltungen à la Luxemburg beenden. Das ist alles ihm und seinesgleichen bekannt seit es so etwas gibt. Es handelt sich um viele hundert Milliarden. Warum macht man Gesetze wenn man dann zusieht wie sie von Schmarotzern unter den "Partnerstaaten" umgangen werden? Weil Jean Claude Juncker dem Schäuble näher ist als Fritz Müller? - Die Steuerhinterziehung entschlossen beenden. Ebenfalls hunderte Milliarden. Keine Augenwischerei wie das geplante Abkommen mit der Schweiz, bei dem das Bankgeheimnis das nur der Hinterziehung dient, geschützt bleiben sollte. Mehr Prüfungen durchführen und mehr Druck auf einschlägige Staaten ausüben. Die kapitalistische USA kann auch. Nicht Steuerfahnder für verrückt erklären wie unter Kochs CDU-Regierung in Hessen. Nicht Fahnder-Stellen kürzen wie in Bayern. Wenn all diese Herrschaften, die ihren Profit vor allem in Blasen und den gigantischen Schattenbankenmarkt stecken statt ihn in der Gesellschaft zirkulieren zu lassen, lediglich ihren Beitrag wie jeder Altenpfleger oder Bäckergeselle leisten würden, gäbe es weder eine Schuldenkrise noch Not in Europa. Und die dämliche schwarze Null die sich dieser Minister-Dareteller anheften will wäre kein Thema.
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