Steuervermeidung Firmen leiten 220 Milliarden Dollar in Niedrigsteuerländer

Die Steuervermeidung nimmt weltweit gigantische Ausmaße an. Laut einem Uno-Bericht haben Firmen 2015 einen dreistelligen Milliardenbetrag in Staaten wie Luxemburg oder die Niederlande geleitet.

Luxemburger Innenstadt
AFP

Luxemburger Innenstadt


Firmen aus der ganzen Welt haben im vergangenen Jahr gewaltige Summen in Niedrigsteuerländern geparkt. Insgesamt seien rund 221 Milliarden Dollar in sogenannten Zweckgesellschaften in Länder wie Luxemburg und die Niederlande geflossen, hieß es in einer Analyse der Vereinten Nationen.

Der Geldfluss habe sich aber im vierten Quartal 2015 rapide verlangsamt, nachdem Sonderbegünstigungen für Firmen dort im Zuge des Kampfes gegen unfaire Praktiken im Steuerwettbewerb geändert worden seien, hieß es.

Darüber hinaus flossen laut Uno im selben Jahr rund 72 Milliarden Dollar in Steueroasen wie die Britischen Jungferninseln oder die Kaimaninseln. Steueroasen sind für Investoren nicht nur wegen niedrigster Steuersätze attraktiv, sondern auch wegen kaum bestehender Kontrollen und Informationspflichten. Die genannte Zahl für den Geldfluss in diese Staaten bewege sich im Rahmen des langjährigen Durchschnitts.

In den vergangenen Jahren hat die internationale Gemeinschaft ihre Bemühungen zur Schließung von Steuerschlupflöchern für Konzerne wie für Privatpersonen massiv verschärft. Erst kürzlich starteten die fünf größten europäischen Länder nach dem Bekanntwerden der sogenannten Panama Papers eine Initiative, um das Verstecken von Geldern in Briefkastenfirmen zu erschweren.

ssu/Reuters



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