Steuerabkommen Liechtenstein und EU tauschen Bankdaten aus

Erst die Schweiz, jetzt auch Liechtenstein: Das kleine Fürstentum hat sich mit der EU auf einen Austausch von Bankdaten geeinigt. Das Abkommen tritt schon in anderthalb Jahren in Kraft.

Willkommensschild in Liechtenstein: Kooperation zur Abschreckung
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Willkommensschild in Liechtenstein: Kooperation zur Abschreckung


Im Kampf gegen Steuerflucht hat die EU mit Liechtenstein ein Abkommen über den Austausch von Kontodaten geschlossen. "Der verstärkte Informationsaustausch wird es den Steuerbehörden erleichtern, Steuerhinterzieher aufzuspüren, und gleichzeitig davor abschrecken, Einkünfte und Vermögen im Ausland zu verbergen", teilte die EU-Kommission mit. Die Übermittlung von Daten soll 2017 starten.

Im Rahmen des Informationsaustausches erhalten EU-Staaten künftig automatisch detaillierte Angaben zu Bürgern, die in Liechtenstein ein Konto besitzen. Unter anderem werden Namen, Anschriften, Steuer-Identifikationsnummern und Kontensalden übermittelt.

Im Mai hatte sich bereits die Schweiz im Kampf gegen grenzüberschreitende Steuerfluchtmit der EU auf den Austausch von Bankdaten geeinigt. Jeder EU-Staat und die Eidgenossen übermitteln sich damit jährlich gegenseitig Daten zu jenen Steuerpflichtigen, die ein Konto im jeweils anderen Land haben. Verhandlungen mit Andorra, San Marino und Monaco stehen nach Kommissionsangaben vor dem Abschluss.

mxw/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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jamguy 29.10.2015
1. Witzlos
Derb Transfer beginnt "schon in eineinhalb Jahren"!Warum nicht morgen?
sarkosy 29.10.2015
2. Was heisst
Liechtenstein hat grossen Ärger mit der BRD und der EU seit mindestens 5 Jahren - zu Recht,natürlich!Dann duldet man voller Verständnis die Zeitschinderei der bettelarmen Herzogsfamilie,die sich übrigens mit stetiger anti-Habsburg-Politik über die Runden gerettet hat und jetzt gibt es 18 Monate zusätzlich,um den Bankstern aus diesem Landkreis zu gestatten,ihre Tricks zu vertuschen und die Steuerflüchtlinge in Sicherheit und Anonymität zu retten
happy2010 29.10.2015
3.
Nicht verwechseln. Mit dem Austausch von Bankdaten wird verhindert, dass man Gelder unsichtbar im jeweiligen Land parkt (wobei es doch noch ettliche Ausnahmen für gewisse Rechtsformen gibt) Was man nicht verhindert ist das "Lukileaks", also dass die Staaten es belohnen, wenn man Umsätze dorthin verschiebt
hevopi 29.10.2015
4. Warum wird solange gewartet?
Damit schnell noch die Kohle in andere Länder transferiert werden kann. Wann endlich hört auch dieser Irrsinn mit den sogenannten Steueroasen (besser: Kriminellen-Hochburgen) auf und wann wird endlich mal zur Kenntnis genommen, dass der IS nur existiert, weil er durch unsere erstklassige "Geldtransfermethode" gefördert wird. Wann werden endlich die sogenannten Händler, die mit den geklauten Schätzen der Museen in Nordafrika (wie auch in Kambodscha) Milliarden machen dahin überführt, wo sie hingehören?
-snowlife- 29.10.2015
5.
Zitat von happy2010Nicht verwechseln. Mit dem Austausch von Bankdaten wird verhindert, dass man Gelder unsichtbar im jeweiligen Land parkt (wobei es doch noch ettliche Ausnahmen für gewisse Rechtsformen gibt) Was man nicht verhindert ist das "Lukileaks", also dass die Staaten es belohnen, wenn man Umsätze dorthin verschiebt
tja leider kann gemäss ihrer aussage/schreiberei/fantasien dieses loch niemand schliessen...
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