Ifo-Studie Unternehmensteuern runter, Wachstum rauf?

Das Ifo-Institut hat eine Studie über die Folge von Steuererleichterungen für Unternehmen vorgelegt. Demnach wäre das ein sicherer Weg zum Erfolg: Am Ende stünden höhere Löhne, mehr Wachstum und mehr Arbeitsplätze.
Fußgängerzone in Köln: Eine niedrigere Unternehmensteuer würde laut Ifo-Institut zu mehr Wachstum führen

Fußgängerzone in Köln: Eine niedrigere Unternehmensteuer würde laut Ifo-Institut zu mehr Wachstum führen

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Christoph Hardt / imago images/Future Image

Eine Senkung der Unternehmensteuern würde nach Berechnungen des Ifo-Instituts für mehr Wachstum, mehr Arbeitsplätze und höhere Löhne sorgen. »Für eine Übergangszeit gibt es zwar Steuerausfälle. Die können aber als Investition des Staates angesehen werden, um künftig höhere Löhne, mehr Beschäftigung und ein höheres Konsumniveau zu ermöglichen«, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Langfristig aber würden die Steuereinnahmen auf die Ausgangshöhe zurückkehren.

Die Münchner Wirtschaftsforscher untersuchten die Folgen einer Senkung der Unternehmensteuer von 30 auf 25 Prozent und der Verkürzung der steuerlichen Abschreibung von Investitionen von zehn auf vier Jahre. Beides zusammen würde kurzfristig das Steueraufkommen um 30 Milliarden Euro verringern. Die Wirtschaftsleistung und der Konsum privater Haushalte wären aber nach einer Anpassungszeit um drei Prozent höher. Die Beschäftigung würde um 1,4 Prozent steigen, die Löhne sogar um etwa vier Prozent.

Höhere Umsatzsteuer würde weniger belasten

Bei Steuererhöhungen würde eine höhere Umsatzsteuer Beschäftigung und Wachstum weniger belasten als eine höhere Einkommensteuer, schrieben die Wirtschaftsforscher. Bei einer Erhöhung des Einkommensteuersatzes um drei Prozentpunkte ab einem Einkommen von 100.000 Euro würde der Staat im ersten Jahr 4,9 Milliarden Euro Steuern zusätzlich einnehmen, langfristig 3,4 Milliarden. »Die Wirtschaftsleistung würde um 0,4 Prozent sinken«, heißt es in dem Bericht.

Eine Erhöhung der Umsatzsteuer um einen Prozentpunkt würde die Steuereinnahmen um 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro erhöhen und das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent senken.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Ifo-Instituts kommt pünktlich zum Endspurt des Bundestagswahlkampfs. Wegen Corona, Klima und Afghanistan spielen finanzpolitische Themen derzeit nur eine Nebenrolle im Wahlkampf. Nach der Bundestagswahl am 26. September dürften Steuersenkungen oder auch -erhöhungen aber zu einem der wichtigsten Knackpunkte in den Koalitionsverhandlungen werden. Während Union und FDP für Firmen eine Senkung auf rund 25 Prozent befürworten, wollen SPD und Grüne Spitzenverdiener stärker zur Kasse bitten und eine Vermögensteuer einführen.

hba/dpa/Reuters
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