Entlastungskonzept Unions-Wirtschaftspolitiker eröffnen Steuerwahlkampf

Die Steuerpolitik dürfte ein wichtiges Thema im nächsten Bundestagswahlkampf werden. Der Wirtschaftsflügel der Union legt schon mal vor - mit einem Konzept, das die Bürger um 30 Milliarden Euro entlasten soll.
Familien sollen durch ein höheres Kindergeld entlastet werden

Familien sollen durch ein höheres Kindergeld entlastet werden

Foto: Ingo Wagner/ picture alliance / dpa

Gut ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl legt der Wirtschaftsflügel der Union ein Konzept vor, das bis 2020 Entlastungen der Bürger in Höhe von mindestens 30 Milliarden Euro vorsieht. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe und die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus dem Papier, das am Montag vorgestellt wird. Der Plan der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union (MIT) hat drei Stufen, finanziert werden soll er aus zu erwartenden Steuermehreinnahmen.

Die Forderungen zeigen, dass Steuerpolitik ein zentrales Thema des nächsten Wahlkampfes werden dürfte. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich grundsätzlich dafür ausgesprochen. Er hält bislang aber nur Entlastungen in Höhe von zwölf Milliarden pro Jahr für machbar.

Dem MIT-Kozept zufolge soll zunächst 2018 die Werbekostenpauschale auf 2000 Euro verdoppelt werden. In einem zweiten Schritt solle dann 2019 der Anstieg der Steuerkurve abgeflacht werden und der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst ab 60.000 Euro statt wie bisher ab 53.600 Euro greifen. Durch das Phänomen der sogenannten kalten Progression zahlen immer mehr Arbeitnehmer mit mittleren Einkommen den höchsten regulären Tarif.

Im Jahr 2020 schließlich sollen dem Konzept zufolge der Kinderfreibetrag auf den Wert für Erwachsene angehoben und das Kindergeld erhöht werden.

Der MIT-Vorsitzende Carsten Linnemann sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Union habe in den vergangenen Jahren die dringend nötige Steuerreform leider immer wieder mit dem Verweis auf andere wichtige Themen vertagt. Das müsse jetzt ein Ende haben.

dab/dpa/Reuters
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