Endlich verständlich Das sollten Sie zum Thema Steuern wissen

Vom Einkauf bis zur Erbschaft: Steuern begleiten uns ein Leben lang. Warum müssen wir sie zahlen, wieso ist das Steuerrecht so kompliziert, und was fängt der Staat mit den Milliarden an? Die wichtigsten Zahlen und Fakten - endlich verständlich.
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Das Wichtigste zum Thema Steuern

Der Einzelne muss etwas zum Gemeinwesen beisteuern: Dieser Gedanke ist mindestens 5000 Jahre alt. Schon Hochkulturen wie die Ägypter und Mesopotamier kannten Frühformen von Steuern - oft in Form von Naturalien. So wird der sogenannte Zehnt an der Ernte und anderen Einnahmen schon im Alten Testament erwähnt, später wurde er lange von der Kirche beansprucht. Eine andere Form waren unentgeltliche Arbeitsdienste der Bevölkerung, die beispielsweise in Ägypten zum Bau der Pyramiden eingefordert wurden.

Mit dem Geld als Zahlungsmittel verbreitete sich dann langsam ein Steuersystem im heutigen Sinne. Allerdings wurden dessen Kriterien lange von Herrschern bestimmt, die damit auch ihren oftmals luxuriösen Lebensstil finanzierten. Ein Beispiel ist die "Bartsteuer", mit der Zar Peter der Große ab 1698 gegen die aus seiner Sicht rückständige Gesichtsbehaarung seiner Landsleute vorging.

Im Laufe der Zeit regte sich jedoch zunehmend Widerstand gegen solche Herrscherwillkür. So stand am Anfang des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs die Boston Tea Party, bei der Kolonialisten aus Protest gegen Besteuerung durch die britische Krone Teeladungen im Hafenbecken versenkten. Auch mit der französischen Revolution begehrten Bauern nicht zuletzt gegen die hohen Abgaben an Grundherren und Kirche auf.

Bis heute lässt sich über die Berechtigung vieler Steuern streiten (siehe Frage 8). Insgesamt aber sind die Steuer-Prinzipien gerechter und einheitlicher geworden. In Deutschland kamen dabei viele Impulse aus Preußen - etwa das Prinzip einer Besteuerung nach Leistungsfähigkeit.

Mittlerweile werden Steuern in der Abgabenordnung so definiert:

"Steuern sind Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein." (§ 3 AO)

Steuern dienen also der Finanzierung des Staates insgesamt, nicht aber einem bestimmten Zweck. Das unterscheidet sie von Gebühren, die beispielsweise für die Müllabfuhr erhoben werden. Außerdem muss klar geregelt sein, wer sie zu zahlen hat.

Mit den Steuern finanziert der Staat zunächst seine Institutionen, etwa die Polizei. Ein erheblicher Teil fließt auch in Sozialausgaben (siehe Frage 5) und dient damit der Umverteilung. Schließlich können Steuern auch der Lenkung dienen. So wird beispielsweise die hohe Tabaksteuer auch damit begründet, dass sie Bürger vom gesundheitsschädlichen Rauchen abhalten soll.

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