Britische Jungferninseln Ist 'ne Steueroase, darf aber nicht so heißen

Eigentlich wollte die Europäische Union die Britischen Jungferninseln auf ihre schwarze Liste der Steueroasen setzen - nun hat das Vereinigte Königreich das offenbar verhindert.
Britische Jungferninseln

Britische Jungferninseln

Foto: DEA / DIEGO M.ROSSI/ De Agostini/Getty Images

Das Vereinigte Königreich hat laut einem Zeitungsbericht dafür gesorgt, dass die Britischen Jungferninseln von der Europäischen Union (EU) nicht auf die schwarze Liste der Steueroasen gesetzt werden. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung ("SZ")  unter Berufung auf Papiere der zuständigen EU-Gremien.

Die EU-Finanzminister wollen am Dienstag ihre schwarze Liste aktualisieren - und sie unter anderem um die Jungferninseln ergänzen, die zum britischen Überseegebiet gehören. Auf der karibischen Inselgruppe sind laut "SZ" mehr als 400.000 Briefkastenfirmen registriert, darunter viele der Rechtsanwaltskanzlei Mossack Fonseca, deren Arbeit durch die sogenannten Panama Papers enthüllt worden war.

Auf der schwarzen Liste landen all jene Staaten, die bei der Ermittlung von Steuerhinterziehern nicht ausreichend mit der EU zusammenarbeiten oder dieser nicht zumindest ausreichende Zusagen zur künftigen Zusammenarbeit gemacht haben.

Die Britischen Jungferninseln galten aus Sicht vieler EU-Staaten lange nicht als kooperativ genug. Laut "SZ" empfand noch zwei Tage vor der entscheidenden Sitzung der EU lediglich Großbritannien die Zusagen aus der Karibik als ausreichend. Vor allem Deutschland und Frankreich hätten die Rolle der Britischen Jungferninseln kritisch gesehen. Letztlich aber hätten sie dann doch eingelenkt und den Zwergstaat von der schwarzen Liste genommen.

Orlando Smith, der Premierminister der Britischen Jungferninseln, hatte zuvor in einem Brief erklärt, es sei "niemals die Absicht" der Jungferninseln gewesen, "ein potenziell schädliches Steuerregime zu betreiben".

ssu