Vor dem G-8-Gipfel Korruptionsjäger fordern harte Strafen gegen Steueroasen

Führende Korruptionsermittler schlagen Alarm: In vielen Steueroasen lassen sich die wahren Eigentümer von Unternehmen verschleiern - was Korruption und Geldwäsche erleichtert. Dieser Praxis müsse die Politik auf dem G-8-Gipfel ein Ende setzen.

Gründerin des Korruptionsjäger-Netzwerks: Eva Joly
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Gründerin des Korruptionsjäger-Netzwerks: Eva Joly

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Im Vorfeld des Mitte Juni beginnenden G-8-Gipfels in Nordirland hat das weltweit agierende Korruptionsjäger-Netzwerk die Politiker der führenden Wirtschaftsnationen aufgefordert, den Kampf gegen Steueroasen und Offshore-Firmen zu verschärfen. In einem Brief an die G-8-Regierungschefs vom vergangenen Freitag fordern die Ermittler eine Registrierungspflicht für alle bestehenden Unternehmen und ihrer wahren Eigentümer. Die Politiker sollten "Maßnahmen ergreifen, die verhindern, dass anonyme Unternehmen dazu benutzt werden, kriminelle Handlungen zu verschleiern". Darüber hinaus müssten die Regierungen "ihren Finanzinstituten gegenüber ein klares Signal setzen, dass jeglicher Geschäftsumgang mit korrupten Politikern unakzeptabel ist". Bei Verstößen gegen Geldwäsche-Regeln müssten den Banken "harte und wirksame Strafen drohen". Diese müssten auch für leitende Angestellte gelten. Schließlich sei "schwere Korruption ohne Mithilfe des globalen Bankensystems nicht möglich".

Das Korruptionsjäger-Netzwerk war im Jahr 2005 von der früheren Pariser Staatsanwältin und Anklägerin im Elf-Aquitaine-Schmiergeldprozess Eva Joly gegründet worden, die heute im EU-Parlament sitzt. Dem Zusammenschluss gehören weltweit rund 20 Richter, Staatsanwälte und Ermittler an. Darunter auch der Münchner Staatsanwalt Richard Findl und der Schweizer Fifa-Sonderfahnder und Rechtsprofessor Marc Pieth. Der internationale Kampf gegen die Steuerflucht soll eines der Hauptthemen des nordirischen G-8-Gipfels sein, zu dem der britische Regierungschef David Cameron eingeladen hat.



insgesamt 7 Beiträge
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mischpot 10.06.2013
1. Nicht nur für Steueroasen
sondern Korruption zwischen Politik, Wirtschaft und Banken gehört ebenfalls unter Strafe.
Nonvaio01 10.06.2013
2. das ich nicht lache
man sollt ersteinmal harte strafen gegen Koruption im eigenen Lande einfuehren, und das Weltweit. D ist so Korupt wie Columbien, Lobyisten, Beratervertraege...etc. Politiker duerften nicht einen nebenjob haben, egal ob bezahlt oder ehrenamtlich.
pepe_sargnagel 10.06.2013
3.
Zitat von sysopAFPFührende Korruptionsermittler schlagen Alarm: In vielen Steueroasen lassen sich die wahren Eigentümer von Unternehmen verschleiern - was Korruption und Geldwäsche erleichtert. Dieser Praxis müsse die Politik auf dem G-8-Gipfel ein Ende setzen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steueroasen-korruptionsjaeger-fordern-harte-strafen-a-904813.html
Sie haben ja recht. Nur würden Sie selbst Gesetze erlassen, die Ihnen mögliche "Gefälligkeiten" ohne Steuerabgaben erlauben? Ich denke ich hätte auch ein großes Problem damit als ständiger Empfänger von "Aufmerksamkeiten" bei einer anonymen Abstimmung für eine solche Regelung zu stimmen. Insofern kann man hier einzig und allein auf eine Volksabstimmung bauen. Aber die wird es hier auch nicht geben! Ich will aber damit nur auf die Probleme hinweisen und keineswegs andeuten, dass diese Warnung sinnlos oder schwach argumentiert ist. Ich will nur sagen, dass die Umsetzung wahrscheinlich nicht kommen wird, was durchaus schade ist. Daher weiter für diese Initiative kämpfen. Die Unterstützung der breiten Masse ist gewiss!
raber 10.06.2013
4. Harte Strafen auch gegen Banken u. Bankster. Nicht nur gegen Steueroasen
Ich unterstütze voll die Forderungen, sehe aber grosse Probleme bei ihrer Durchsetzung. Nicht nur Staatsoberhaupte und Finanzminister aus vielen Ländern (und man braucht es nicht nur auf Diktaturen, Drittweltländer und die üblich genannten Länder zu beschränken) sind an dieser Undurchsichtigkeit interessiert sondern auch Drogenhändler, "normale" Firmen, Militär um verdeckte Unterstützung zu geben, usw usw. Ausserdem, wie wir wissen, auch Reiche, Fussballmanager, und andere "beispielhafte" Mitbürger. Bevor es aber einfach so weitergeht, sollte man wirklich schon mit gesalzenen Strafen für die jeweiligen Banken anfangen und selbstverständlich auch für ihre Manager und da am besten direkt ins Gefängnis wie alle Betrüger.
Gerdtrader50 10.06.2013
5. Also, die europäischen Großmäuler(plus noch ein paar) möchten Fremdstaaten
Ihre Gesetze aufdrücken ? Dann halt entweder Embargos vorlegen oder vielleicht auch mit der Flotte angreifen ? Sorry, aber die Deutschen spinnen. Die Bevölkerung wird verrückt gemacht und glaubt, die Angeber könnten auf dem G - 8 Gipfel jeden fremden Staat irgendwo auf der Welt unter ihre Herrschaft bringen. Wie gesagt, Spinner. Aber grosse. Ihre eigenen Probleme, welche sie ihrer Bevölkerung seit Jahrzehnten zumuten in ihrer unendlichen Raffgier und Unfähigkeit, davon hörste nix. Aber der Schäuble will noch Südeuropa mit deutschen Krediten finanzieren. Die Politiker sind komplette Selbstüberhöher und das Volk glaubt diesen Nullen jedes Wort, weil sie genau so blöd sind.
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