Schätzung für 2020 Bund rechnet mit 1,7 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen

Das Finanzministerium hat seine Steuerschätzung vorgelegt: Während es im laufenden Jahr von einem Plus in Höhe von vier Milliarden Euro ausgeht, dürfte es in den Folgejahren deutlich schlechter aussehen.

Containerzüge: In den kommenden Jahren muss sich der Bund auf geringere Steuereinnahmen einstellen
Armin Weigel/ DPA

Containerzüge: In den kommenden Jahren muss sich der Bund auf geringere Steuereinnahmen einstellen


Der Bund kann im laufenden Jahr mit vier Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen rechnen als bisher erwartet. Das geht aus der am Mittwoch vom Bundesfinanzministerium in Berlin veröffentlichten Prognose des Arbeitskreises Steuerschätzungen hervor.

Im nächsten Jahr liegen die Steuereinnahmen des Bundes demnach aber 0,2 Milliarden Euro unter den bisherigen Annahmen. In den Jahren 2019 bis 2023 dürfte das Volumen um 2,3 Milliarden Euro höher ausfallen.

Der Gesamtstaat aus Bund, Ländern und Gemeinden kann in den nächsten Jahren zwar weiter mit steigenden Steuereinnahmen rechnen. Allerdings steht weniger Geld zur Verfügung, als in der vorherigen Prognose vom Mai vorhergesagt wurde.

Scholz: Regierungshandeln zahlt sich aus

Bund, Länder und Kommunen müssen demnach im nächsten Jahr mit 1,7 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen als bisher erwartet. Bis 2023 rechnen die Steuerschätzer wegen der trüben Konjunktur sogar mit insgesamt 7,1 Milliarden Euro weniger als bei der Steuerschätzung im Mai angenommen, teilte das Finanzministerium weiter mit.

Finanzminister Olaf Scholz sagte, das Regierungshandeln zahle sich aus. "Durch Rekordinvestitionen und Stärkung der Einkommen leistet der Bund einen wichtigen Beitrag für die brummende Binnenkonjunktur, Rekordbeschäftigung, steigende Löhne und stabile Staatseinnahmen." Der SPD-Politiker fügte hinzu: "Ohne unsere Maßnahmen fiele das Wirtschaftswachstum deutlich geringer aus."

Der Arbeitskreis Steuerschätzung hat seit Montag in Stuttgart getagt. Dem Gremium gehören Experten von Bund, Ländern und Gemeinden ebenso an wie Fachleute aus großen Wirtschaftsforschungsinstituten, der Bundesbank und des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Ihre Schätzung ist die Basis für die Aufstellung aller öffentlichen Haushalte. Der Beirat beim Bundesfinanzministerium tagt zwei Mal im Jahr.

brt/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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gehdoch 30.10.2019
1. Einfach ein paar Berater weniger...
...oder Berater und dafür die ganzen Beamten in den Ministerien auf A12 zurückstufen incl der Minister/innen, dann ist das locker wieder drin. Ach was sag ich, das ZEHNFACHE ist dann drin!
svensationell 30.10.2019
2. Soll der Artikel jetzt
Mitleid beim arbeitenden Volk hervorrufen, dafür daß es im nächsten Jahr nun scheinbar weniger (aber immer noch zu viel) geschröpft werden soll? Wenn ich meine Brutto-Netto-Gegenüberstellung ansehe, bekomme ich Lust, auszuwandern.
Nonvaio01 30.10.2019
3. genau das dachte ich auch
Zitat von gehdoch...oder Berater und dafür die ganzen Beamten in den Ministerien auf A12 zurückstufen incl der Minister/innen, dann ist das locker wieder drin. Ach was sag ich, das ZEHNFACHE ist dann drin!
die Berater Firmen werden nun gewinn warnungen aussprechen...;-)
Nonvaio01 30.10.2019
4. lohnt sich
Zitat von svensationellMitleid beim arbeitenden Volk hervorrufen, dafür daß es im nächsten Jahr nun scheinbar weniger (aber immer noch zu viel) geschröpft werden soll? Wenn ich meine Brutto-Netto-Gegenüberstellung ansehe, bekomme ich Lust, auszuwandern.
ich habs vor 20 jahren gemacht.
FingerinderWunde 30.10.2019
5. Kurzes Brainstorming
Grundsteuer"reform", Vermögenssteuer, Kapitalertragssteuer. Was könnte Scholz denn noch raushauen? Jetzt kommt der Lacher: "Digitalsteuer", Aufklärung der Cum Ex Geschäfte. War nur ein Witz
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