0,4 Prozentpunkte Steuerquote in Deutschland offenbar gestiegen

Gerade erst sind Maßnahmen in Kraft getreten, die Steuerzahler entlasten sollen. Im vergangenen Jahr hat die Steuerbelastung aber laut einem Bericht leicht zugenommen. Dafür kritisiert die FDP die Union.
Finanzminister Olaf Scholz (SPD)

Finanzminister Olaf Scholz (SPD)

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Die Steuerquote in Deutschland ist im vergangenen Jahr laut einem Medienbericht leicht gestiegen - auf 22,8 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts. Das berichtet die "Rheinische Post"  unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP. Das seien 0,4 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. 2005, als Angela Merkel (CDU) erstmals Bundeskanzlerin wurde, habe die Quote noch bei 19,6 Prozent gelegen.

Die FDP kritisierte deshalb CDU und CSU. Fraktionsvize Christian Dürr sagte: "Während im Wahlprogramm der Union prominent damit geworben wird, dass auch die Steuerquote nicht steigt, zeigt unsere Anfrage, dass die Steuerquote schon wieder gestiegen ist."

Zum Jahreswechsel sind eine Reihe von Änderungen in Kraft getreten, die Steuerzahler entlasten sollen - vor allem Familien. Das Entlastungspaket hat ein Volumen von 9,8 Milliarden Euro.

So wurde etwa der steuerliche Kinderfreibetrag erhöht. Zudem gibt es eine Rückzahlung aufgrund der "kalten Progression", die Einkommenszuwächse wegen inflationsbedingt steigender Preise zum Teil aufhebt. Insgesamt soll sie um 2,2 Milliarden Euro abgebaut werden.

Aufgrund einer milliardenschweren Haushaltslücke war zuletzt auch darüber hinaus über Steuersenkungen diskutiert worden. Die SPD hingegen erwägt eine höhere Besteuerung von Reichen, um ihre Pläne zur Neugestaltung des Sozialstaats durchsetzen zu können. Insgesamt liegt die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland nur leicht über dem Durchschnitt der Industrieländer.

Wer steckt hinter Civey?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

aev/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.