Steuerschlupflöcher Bund und Länder beenden Goldfinger-Modell

Sie tragen Namen wie Goldfinger oder Rett-Blocker und haben nur einen Zweck: Steuern vermeiden. Doch mit diesen Tricks soll nun Schluss sein - Bund und Länder haben sich auf die Schließung mehrerer Schlupflöcher geeinigt.

Goldbarren: Bislang ließen sich über Firmen nach britischem Recht Steuern sparen
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Goldbarren: Bislang ließen sich über Firmen nach britischem Recht Steuern sparen


Berlin - Unternehmen und Top-Verdiener können künftig weniger Steuerschlupflöcher nutzen. Finanzpolitiker von Bund und Ländern verständigten sich nach monatelangem Streit darauf, bestimmten Steuertricks bei der Erbschaft- und Grunderwerbsteuer sowie bei Goldgeschäften über ausländische Handelsfirmen einen Riegel vorzuschieben.

Entsprechende Berichte des "Handelsblatts" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wurden nun aus dem Umfeld der Koalition bestätigt. Über die Empfehlungen der Arbeitsgruppe soll an diesem Mittwochabend der Vermittlungsausschuss beraten.

  • Der Einigung zufolge werden jene Gestaltungen bei der Erbschaftsteuer (Cash GmbH) gestoppt, bei denen privates Finanzvermögen in ein Unternehmen eingebracht wird, um so Abgaben an den Staat zu umgehen.
  • Stark eingeschränkt werden sollen auch Möglichkeiten, mit bestimmten gesellschaftsrechtlichen Konstrukten die Grunderwerbsteuer zu vermeiden (Rett-Blocker).
  • Schließlich soll die Möglichkeit gestoppt werden, mit Hilfe von Rohstoffkäufen - sogenannten Goldfinger-Geschäften - Steuern zu sparen. Mit ihm hatten gutverdienende Angestellte über Gold- und andere Rohstofffirmen nach britischem Recht ihre Steuerlast drücken können.

Wegen der Steuersparmodelle gingen dem Staat jährlich mehrere hundert Millionen Euro verloren. Die Schlupflöcher konnten wegen der Differenzen über das Jahressteuergesetz 2013 monatelang nicht gestopft werden.

Auch bei der Förderung der Altervorsorge einigten sich die Vertreter von Bund und Ländern - diese fällt nun weniger hoch aus als es die schwarz-gelbe Koalition eigentlich vorgehabt hatte. Auch die von Union und FDP geplante Verkürzung der Aufbewahrungsfristen für das Finanzamt entfällt.

Weiterhin Streit gibt es über die Umsetzung des EU-Fiskalpaktes. Hier pochen die Länder nach wie vor auf deutlich höhere Milliardenzuschüsse des Bundes.

Das Modell der Cash GmbH
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yes/dpa

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Seite 1
pepe_sargnagel 04.06.2013
1.
Zitat von sysopDPASie tragen Namen wie Goldfinger oder Rett-Blocker und haben nur einen Zweck: Steuern vermeiden. Doch mit diesen Tricks soll nun Schluss sein - Bund und Länder haben sich auf die Schließung mehrerer Schlupflöcher geeinigt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuerschlupfloecher-bund-und-laender-beenden-goldfinger-modell-a-903679.html
Auf der Agenda stehen auch: - Es SOLL Gold regnen. - Es SOLL ein Gesetz gegen Hochwasser geben. - Es SOLLEN jährlich jedem Bürger 3 Wünsche erfüllt werden. Politik der Ankündigung nennt man das! Es wird nur ein weiterer Sargnagel für diese etablierten Parteien sein.
karlbe 04.06.2013
2. Na prima...
wenn mehrere hundert Millionen mehr Steuereinnahmen reinkommen, kann Herr DeMaiziere doch gleich wieder ein paar nicht flugfähige Drohnen in Auftrag geben oder Herr Schäuble die Überwachung der Bürger verstärken.
localpatriot 04.06.2013
3. Legale Schlupfloecher?!!!
Zitat von sysopDPASie tragen Namen wie Goldfinger oder Rett-Blocker und haben nur einen Zweck: Steuern vermeiden. Doch mit diesen Tricks soll nun Schluss sein - Bund und Länder haben sich auf die Schließung mehrerer Schlupflöcher geeinigt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuerschlupfloecher-bund-und-laender-beenden-goldfinger-modell-a-903679.html
Da koennte man fast glauben dass Bund und Laender diese Schlupfloecher absichtlich erstellten. Das gibt der ganzen Geschichte von der grossen Steuermoral ein etwas unangenehmes Dueftchen. Es waere man interessant andere legale Schlupfloecher auszugraben. Der Bund hat moeglicherweise noch welche und die Laender auch. Seltsam, sagte Alice zu dem Karnickel.
localpatriot 04.06.2013
4. Mangelnde Information der Steuerzahler
Zitat von sysopDPASie tragen Namen wie Goldfinger oder Rett-Blocker und haben nur einen Zweck: Steuern vermeiden. Doch mit diesen Tricks soll nun Schluss sein - Bund und Länder haben sich auf die Schließung mehrerer Schlupflöcher geeinigt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/steuerschlupfloecher-bund-und-laender-beenden-goldfinger-modell-a-903679.html
Noch ein Gedanke. Man sieht dass es hier Methoden gibt rein legal Steuern zu sparen oder zu vermeiden. Das Finanzamt kennt diese bestimmt, denn das ist sein Geschaeft. Der Finanzminister und sein Personal vermutlich auch. Meine Frage bezieht sich auf den Verbraucher. Vor dem Gesetz sind alle gleich, nur sind in diesem Falle diejenigen welche ueber diese legalen Schlupfloecher informiert sind, besser dran. Sie haben einen ausserordentlichen Vorteil. Und meine Frage lautete wiefolgt: Warum hat das Finanzministerium keine Webseiten fuer Normalverbraucher in denen alle legalen Schlupfloecher einsehbar sind. Die Steuerberater koennen dann die anlaufenden Kosten und Vorteile ausrechnen und dem Bundesbuerger unterbreiten. Also fair ist fair. Aber das zu verheimlichen ist nicht fair.
steueragent 05.06.2013
5. Na ja
der "Trick" mit dem Goldfinger-Modell geistert schon seit Jahren durch die einschlägige Fachliteratur. Ob das jetzt so toll ist? Und Steuerausfälle von ein paar hundert Millionen? Für die Förderung Ost wurden zig Milliarden verpulvert. Das waren Steuersparmodelle! Was ich sagen möchte, mittlerweile wird jede kleine Steuermücke zum Elefant aufgeblasen.
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