Steuervereinfachung Kabinett billigt Mini-Reform

Maximal drei Euro im Monat: Um diesen Betrag will Schwarz-Gelb die Bürger bei der Werbungskostenpauschale entlasten. Jetzt hat das Kabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet - doch das Mehr-Netto-vom-Brutto-Versprechen wird damit nicht gehalten.


Berlin - Die Bundesregierung hat ihre Mini-Reform zur Steuervereinfachung beschlossen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur dapd unter Berufung auf Regierungsinsider in Berlin. Das Gesetzespaket entlastet die Bürger jährlich um 585 Millionen Euro, wie aus dem Entwurf des Finanzministeriums hervorgeht.

Wichtigster Teil der Reform ist die Aufstockung der Werbungskostenpauschale von 920 auf 1000 Euro - und zwar schon ab 2011. Allerdings bringt dies den Bürgern selbst im günstigsten Fall höchstens drei Euro Ersparnis bei der Einkommensteuer im Monat.

Unter dem Strich müssen die Bürger sogar mehr zahlen. Denn die bereits in Kraft getretenen Belastungen - höherer Arbeitslosenversicherungsbeitrag und höherer Krankenkassenbeitrag - sind weitaus größer. Sprich: Schwarz-Gelb hat sein Mehr-Netto-vom-Brutto-Versprechen nicht eingehalten.

Die Reform zur Steuervereinfachung hatte in den vergangenen Wochen für Streit zwischen Union und FDP gesorgt. Grund für den Zank war insbesondere die Anhebung der Werbungskostenpauschale. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte die Erhöhung erst 2012 in Kraft setzen wollen. Dagegen war vor allem die FDP Sturm gelaufen und hatte indirekt mit dem Bruch der Koalition gedroht. Schäuble gab schließlich nach.

wal/dapd

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
mitbürger 02.02.2011
1. Wir können uns auch selbst verar....
Lasst's gut sein. Ihr habt euer Bestes gegeben. Die Bürokratie schafft sich nicht selbst ab.
net_worker 02.02.2011
2. Die Gegensätze sind schon enorm...
Zitat von sysopMaximal drei Euro im Monat: Um diesen Betrag will Schwarz-Gelb die Bürger bei der Werbungskostenpauschale entlasten. Jetzt hat das Kabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet - doch das Mehr-Netto-vom-Brutto-Versprechen wird damit nicht gehalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,743081,00.html
Auf der einen Seite Streit wegen 3 € bei einer "Steuerreform" oder Taktieren um 5 € für die ALGII-Bezieher und auf der anderen Seite wird mit dem Milliarden für Staatliche Rettung (die wir alle ja letztendlich auch tragen) herum hantiert als ob man die €-Kohle aus Altpapier herstellen könnte. Ich weiß nicht ob diese Regierung wirklich Alternativlos ist. Ein großer Wurf ist das nicht. Man könnte fast meinen, die Politiker sind etwas eingeschüchtert von dem wilden Wahlvolk und befinden sich in einer Schockstarre. Wo sind denn die unabhängigen Politiker, die auch mal einen größeren Schritt in die richtige Richtung machen wollen oder können ohne auf die nächste Umfrage oder Wahl zu schielen wie die Maus auf die Schlange. Das wird bestimmt ein SUUUPER Wahljahr. Nichts geht mehr - weder vor noch zurück.
Ludwigsburger 02.02.2011
3. Soweit ich mich erinnern kann - lang ist's her - war das letzte Mal ...
... dass ein Kanzler den Bürger steuerlich spürbar entlastet hat, unter Helmut Kohl. Seither - die Statistik bewies es ja erst kürzlich - ist der durchschnittliche Nettoverdienst der Deutschen inflationsbereinigt so stark zurückgegangen wie in kaum einer anderen Industrienation. Als "Normalverdiener" kann ich dazu nur sagen "Danke, liebe Politik!". Wäre ich jünger, würde ich mittlerweile auswandern.
kundennummer 02.02.2011
4. Never let a crisis pass unused
Nachdem die "Nachrichten" derzeit gut gefüllt sind mit Aufregerthemen dürften wohl wieder einige Schweinereien durch die Instanzen geprügelt werden bei denen sich dann hinterher wenn sie Gesetz sind die "Bürger" mal wieder die Augen reiben können. Was es wohl sein wird? Hat sowas von Weihnachten
zynik 02.02.2011
5. die steigerung von peinlich
Zitat von sysopMaximal drei Euro im Monat: Um diesen Betrag will Schwarz-Gelb die Bürger bei der Werbungskostenpauschale entlasten. Jetzt hat das Kabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet - doch das Mehr-Netto-vom-Brutto-Versprechen wird damit nicht gehalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,743081,00.html
Diesen Artikel sollte sich jeder "mehr netto vom brutto"-schwarz-gelb-Wähler ausdrucken und freudig neben den Badezimmerspiegel hängen. Aber dank unserer Bildungsverwahrlosung, werden auch bei der nächsten Wahl die üblichen Schäfchen artig ihr Kreuz an der "richtigen" Stelle machen.
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