Streit über Frauenquote Familienministerin tadelt störrische Konzernbosse

Die deutschen Manager geben sich stur: Wie viele Frauen in Führungspositionen kommen, wollen die Unternehmen selbst entscheiden. Das reicht Familienministerin Schröder nicht - sie will noch in diesem Jahr ein Gesetz auf den Weg bringen.
CDU-Ministerinnen von der Leyen, Schröder: "Die Wirtschaft muss nicht zustimmen"

CDU-Ministerinnen von der Leyen, Schröder: "Die Wirtschaft muss nicht zustimmen"

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Berlin - Kühl ließen die Manager die CDU-Ministerin am Mittwoch auflaufen. Zustimmung zu einem Plan, der bis 2013 dreimal so viele Frauen in Führungspositionen vorsieht wie heute? Nein danke, sagten die Vertreter der 30 Dax-Konzerne. Und das obwohl Kristina Schröders Stufenplan den Konzernen schon viel Freiraum lässt - Parteifreundin Ursula von der Leyen geht wesentlich weiter. Die Arbeitsministerin fordert eine verbindliche Quote von 30 Prozent Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten.

Zunächst begrüßte Familienministerin Schröder das maue Ergebnis sogar. Doch nun scheint auch sie genug zu haben von den störrischen Wirtschaftsbossen: "Die Wirtschaft muss meinem Stufenplan nicht zustimmen", sagte sie SPIEGEL ONLINE. Denn schließlich seien die Unternehmen nicht für Gesetze zuständig, sondern der Bundestag. "Und ich will noch dieses Jahr ein Gesetz."

Die Manager wollten sich am Mittwoch nicht auf konkrete Ziele festlegen lassen. Stattdessen kündigten sie an, für jeden Dax-Konzern eigene Ziele zu definieren, wie sie den Frauenanteil in der Führungsebene erhöhen wollen. Diese Pläne sollen auch veröffentlich werden.

Schröder sagt dazu, es sei zwar gut, "dass die Dax-Unternehmen meine Flexiquote freiwillig umsetzen und sich eigene Quoten geben wollen". Sie setze aber nicht nur auf Freiwilligkeit, sondern wolle ihr Modell "noch 2011 in einem Gesetz festschreiben". Die Firmen würden dann dazu verpflichtet, sich selbst eine Quote zu setzen - und dies auch veröffentlichen.

Bis 2013 sollen rund 1000 Unternehmen ihren Frauenanteil im Schnitt verdreifachen, sonst greift die sogenannte Flexiquote. Wenn die Firmen dann ihre selbst gesetzte Quote nicht erreichen, können Sanktionen verhängt werden - bei Vorständen müssen die Ziele bis 2016 und bei Aufsichtsräten bis 2018 erreicht werden. Mögliche Sanktionen könnten sein, dass Aufsichtsratswahlen angefochten und Geldstrafen verhängt werden.

Von einer festen Quote, wie sie von der Leyen fordert, will Schröder aber weiter nichts wissen. Trotz ihres Tadels für die Manager sagt sie, es sei "absurd, Maschinenbauunternehmen zur selben Frauenquote zu verdonnern wie Unternehmen der Kommunikationsbranche".

cte
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