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05. Dezember 2013, 17:55 Uhr

"Im Ton vergriffen"

Schäuble attackiert Deutsche-Bank-Chef Fitschen

"Populistisch" und "unverantwortlich" - so hatte Jürgen Fitschen gegen die Kritik von Wolfgang Schäuble an der Bankenbranche gepoltert. Jetzt giftet der Finanzminister zurück: Der Chef der Deutschen Bank habe unrecht und sich ganz sicher im Ton vergriffen.

Berlin - Der Streit zwischen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dem Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, wird heftiger. Ursprünglich ging es dabei um die Regulierung der Bankenbranche - doch mittlerweile werden die Wortbeiträge zunehmend persönlich.

Nachdem Fitschen den Politiker wegen seiner Bankenschelte hart angegangen war, konterte Schäuble bei einer Sitzung am Donnerstag in ungewohnt scharfer Form. Wenn sich Herr Fitschen seine Aussagen anschaue, werde er sehen, dass er in der Sache nicht recht habe, sagte Schäuble. "Und im Ton hat er sich ganz sicher vergriffen."

Angefangen hatte der verbale Schlagabtausch, nachdem sich Schäuble gegen eine Regulierungspause für Banken ausgesprochen hatte. "Die Kreativität der Banken, die Regulierung zu umgehen, ist weiterhin groß", hatte Schäuble dem "Handelsblatt" gesagt. Er wisse, dass die Banken meinten, es reiche mit der Regulierung.

Fitschen dagegen bezeichnete es als unverantwortlich und populistisch, wenn man die Fortschritte im Bankenbereich nicht sehe. "Es kann nicht sein, dass man sich hinstellt und sagt, die Banken umgehen immer noch die Regeln." Die aktuellen Schlagzeilen hätten mit Dingen zu tun, die vor vielen Jahren passiert seien. Deshalb sei es nicht in Ordnung, wenn man so tue, als ob es bei den Banken so weitergehe wie in den Jahren vor der Finanzkrise 2008 und 2009.

Die Kritik Fitschens an Schäuble stieß bei den Unionsparteien auf Empörung. "Da immer wieder Regelverstöße der Banken bekannt werden, sollte man, statt Politiker zu schelten, lieber eine zurückhaltende Selbstkritik an den Tag legen", sagte Fraktionsvize Michael Meister (CDU) "Handelsblatt Online".

Der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach (CDU), hielt Fitschen vor, einen "bemerkenswerten Zeitpunkt" gewählt zu haben: "Gerade in dem Moment, in dem seine Deutsche Bank eine Strafe von fast 800 Millionen Euro wegen Manipulation von Referenzzinssätzen erhält, fordert er ein Lob für die Banken. Da fehlen einem die Worte."

Auch der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, begrüßte Schäubles Aussagen. Es sei gut, dass der Finanzminister "anerkennt, dass die Krise durch die Spekulationen auf den Finanzmärkten und nicht durch die Staatsschulden ausgelöst wurde, die in den meisten Ländern in der Folge davon stark angestiegen sind".

vks/dpa/Reuters

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