Energiewende Gabriel kommt Bayern bei Stromtrassen entgegen

Im schwelenden Stromtrassen-Streit dringt Wirtschaftsminister Gabriel auf eine baldige Einigung. Dafür kommt er Bayern entgegen und unterbreitet neue Vorschläge.
Hochspannungsleitung: "Ein sehr weitgehendes Angebot"

Hochspannungsleitung: "Ein sehr weitgehendes Angebot"

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat Bayern zu einer schnellen Einigung im Streit über Stromtrassen aufgefordert und dazu erneut Vorschläge unterbreitet. Prinzipiell sei es wichtig, verstärkt Erdkabel zu verlegen, um den Widerstand in der Bevölkerung zu minimieren, sagte der SPD-Chef. Die Kosten seien nicht sehr viel höher als bei Hochspannungsleitungen auf Masten, weil es bei diesen sehr viel mehr Planungsverzögerungen gebe.

Zu den Bayern betreffenden Stromtrassen schlug Gabriel vor, eine der beiden Verbindungen (Südost-Leitung) auf einer bereits bestehenden Stromtrasse zu führen und die letzten Kilometer in der Erde verlaufen zu lassen.

Bei einer weiteren umstrittenen Leitung, die Windstrom aus Norddeutschland in den Süden bringen soll, besteht Gabriel auf einer Trasse nach Grafenrheinfeld nördlich von Würzburg. Aber es sei nicht notwendig, eine zweite Trasse weiter durch Bayern zu führen, weil diese auch für die Versorgung Hessens und Baden-Württembergs wichtig sei.

"Ich glaube, dass das ein sehr weitgehendes Angebot an die bayerische Staatskanzlei ist", sagte Gabriel. Dies könnte helfen, den massiven Widerstand in der Bevölkerung zu überwinden. Der SPD-Chef sprach von einer "sehr maßvollen Planung" und setzt auf eine Einigung bei einem Koalitionstreffen am 1. Juli. Zugleich warnte Gabriel, eine gemeinsame bundesweite Trassenplanung durch regionale Vorbehalte infrage zu stellen.

kpa/Reuters
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