Energiewende Seehofer fordert neue Verhandlungen über Stromtrassen

Bayerns Ministerpräsident Seehofer fordert komplett neue Verhandlungen über den Bau weiterer Stromtrassen. Eine Alternative hat er schon parat: Gaskraftwerke.
Horst Seehofer im Gespräch mit Journalisten: Widerstand gegen Stromtrassen

Horst Seehofer im Gespräch mit Journalisten: Widerstand gegen Stromtrassen

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Berlin - Von den betroffenen Anwohnern in Bayern wird sie auch "Monstertrasse" oder "Mördertrasse" genannt: die umstrittene Südost-Gleichstromtrasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer stellt nun neue Stromtrassen grundsätzlich infrage und fordert neue Verhandlungen. "Wir sind im Moment an einer Wegscheide, wo wir wirklich nachdenken müssen über den nächsten Schritt der Energiewende", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Statt der Trassen wolle Seehofer Bayern mit Gaskraftwerken unabhängig von Leitungen machen, berichtet die Zeitung weiter. Den Netzbetreibern warf der CSU-Politiker vor, vor allem Gewinn machen zu wollen: "Es geht um nichts anderes als eine Geldanlage mit sicherer Rendite." Über die Stromtrassen werde bei der nächsten Koalitionssitzung gesprochen.

Der Ausbau der Stromtrassen soll Bayern besser an die Stromerzeugung in Norddeutschland anbinden. Bereits im Februar hatte Seehofer die Pläne dazu, die ein zentraler Teil der Energiewende sind, infrage gestellt. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte im Juli die umstrittene Trasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern in ihrer jetzigen Form für nicht durchsetzbar - und verwies auf den massiven Bürgerwiderstand.

vks/dpa
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